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Text: Lukas Wogrolly (sowohl Ankündigung als auch Artikel aus Living Culture 35); Fotos: Christian Jungwirth (2), Christian Schmidt (2 plus Cover Living Culture 35)

19. MAI, 18:30 UHR, CAFÉ PROMENADE: 1. GRAZER PHILOSOPHISCHES CAFÉ

Diskutieren beziehungsweise philosophieren – und das über alle möglichen Themen, mit allen möglichen Personen. Genau das macht die geistige Essenz des Philosophischen Cafés aus. 1992 von Marc Sautet in Paris gegründet, gibt es heute über 200 Philosophische Cafés auf der ganzen Welt. Am 19. Mai um 18:30 Uhr nun auch zum ersten Mal in Graz. Hier alle Infos:

 

 

 

1. Grazer Philosophisches Café

 

mit Dr. Monika Wogrolly und Kulturbotschafterin Pauline Riesel-Soumaré; Eröffnung durch einleitende Worte von Kulturbotschafterin Kira Grünberg

Thema: Mut zur Veränderung

Donnerstag, 19. Mai – 18:30 Uhr

Café Promenade, Erzherzog-Johann-Allee 1, 8010 Graz

Um Voranmeldung bis 10. Mai wird gebeten: redaktion@living-culture.at

Eintritt frei

 

 

 

 

Kulturbotschafterin Pauline Riesel-Soumaré

 

 

Kulturbotschafterin Kira Grünberg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  Artikel aus unserer aktuellen Ausgabe Living Culture 35:                                                                                                                 

 

 

Das Philosophische Café – Wissenschaft für Jedermann

Seit 1992 begeistern über 200 Philosophische Cafés in Frankreich und auf der ganzen Welt nach dem Motto „Wissenschaft für Jedermann“. Dabei geht es um Themen die uns alle bewegen mit viel Diskussionsstoff. 

 

 

Entstehungsgeschichte und Verbreitung

Das Konzept des Philosophischen Cafés ist im Vergleich zur Menschheitsgeschichte relativ neu. Im Laufe der Geschichte gab es zwar Vorläufer, darunter die vom 18. bis zum 20. Jahrhundert weit verbreiteten Literarischen Salons, die sich jedoch in erster Linie privat abspielten und Mitgliedern der höheren Gesellschaftsschichten vorbehalten waren. Als Geburtsmonat des modernen „Café philosophique“, wie es aufgrund seines Herkunftslandes Frankreich gerne auch bezeichnet wird, gilt der Juli 1992. Damals erzählte der französische Philosoph Marc Sautet in einem Radiointerview, er würde sich sonntags mit Freunden im Pariser Café des Phares treffen, um über aktuelle Themen wie die Eröffnung seiner philosophischen Praxis und Philosophie zu sprechen. Einige aufmerksame Zuhörer waren jedoch der Meinung, er spreche NUR über Philosophie und sprachen ihn sogar darauf an. Er selbst zeigte sich trotz des Missverständnisses sehr erfreut, spontane Diskussionen anzuregen und öffnete seine sonntäglichen Diskussionsrunden sogleich für jedermann, für Mitglieder aller Gesellschaftsschichten. Binnen kurzer Zeit strömten – auch dank der medialen Berichterstattung – bis zu 200 Personen ins Pariser Café des Phares, was dazu führte dass auf den Ankündigungsplakaten darauf hingewiesen werden musste, man möge bereits früh genug dort sein und sogar einen eigenen Stuhl mitbringen. Doch damit nicht genug: Das „philosophische Café“, wie die Diskussionsrunde von nun an genannt wurde, fand zahlreiche Nachahmer, sodass es heute alleine in Frankreich über 100 Philosophische Cafés gibt und auch in allen anderen Ländern außerhalb Frankreichs insgesamt über 100, beispielsweise in Deutschland, Österreich, Japan, Kanada, aber auch Lateinamerika wie Peru oder Argentinien.

 

Inhalte und Ablauf

Doch was ist das Erfolgsgeheimnis des „Café Philosophique“? Ganz einfach, Wissenschaft für Jedermann: Sautet war der Meinung, man müsse Philosophie und Wissenschaft nach dem Prinzip des sokratischen Dialogs wie im alten Griechenland auf dem Marktplatz, der sogenannten „agorà“, allen zugänglich machen. Dort hatten einst Philosophen und Gelehrte mit dem Volk diskutiert. Auf genau dieselbe Art und Weise, dem dialogischen Prinzip des Diskutierens, müsse man bestimmte Inhalte vermitteln, nicht über einen monotonen Fachvortrag. Abseits der akademischen Philosophie in einem lockeren, ungezwungenen Rahmen, der zum Dialog einlädt. Und zudem offen für alle Gesellschaftsschichten ist. Die Bandbreite an Themen die in den heutigen Phil-Cafés behandelt werden reicht dabei von ganz Kuriosem wie dem Mythos von Santa Claus und „Ist Hoffnung eine gewaltsame Sache?“ über klassische philosophische Themen wie Freiheit, Leben und aktuelle Argumente wie „Vom Sex ohne Fortpflanzung zur Fortpflanzung ohne Sex?“ oder „Darf der Staat ein Flugzeug im 9/11-Szenario abschießen? Menschenwürde vs. Kollateralschadenlogik“ im Philosophischen Café Innsbruck bis hin zu weniger philosophischen sondern eher fachspezifischen Fragestellungen im „Klub logischer Denker“ des Wiener Café Benno wie „Erste Eisenbahnen in England“, „Budgetpolitik in Zeichen des EU-Fiskalpakts“, die aber kurios angehaucht sein können, zum Beispiel  „Leben von und mit Teppichen – Erkenntnisse und Ergebnisse von Reisen in die Türkei und in den Iran“. Doch egal welches Thema, im Vordergrund ist stets das Dialogprinzip. Am Beginn steht in den meisten Fällen ein maximal 15-minütiger Fachvortrag eines Experten (der je nach Thema auch aus einem nicht-philosophischen Fachbereich kommen kann). Alternativ dazu kann das Thema auch von den Teilnehmern spontan vorgegeben werden. Anschließend folgt der wesentliche Teil, die Diskussionsrunde. Dabei ist die Rolle des Moderators von großer Bedeutung. Er vermittelt zwischen den verschiedenen Standpunkten. Jeder Teilnehmer hat drei, maximal fünf Minuten Sprechzeit und es wird Wert darauf gelegt, dass möglichst viele verschiedene Personen zu Wort kommen. Wie es auf der Seite des philosophischen Cafés Innsbruck dargestellt wird, ist Sinn der Diskussion nie eine Lösung eines Problems, sondern lediglich, „dass es der ständigen Diskussion bedarf um mit diesen ‚unlösbaren‘ Problemen [wie Globalisierung, Altern und Sterben, Anm. d. Red.] umzugehen.“

 

Ausblick auf die Philcafés in Graz

Daher nun der Aufruf an Sie: Welche „unlösbaren“ Probleme haben Sie am Herzen, über die Sie gerne mit uns diskutieren möchten? Gemäß dem Motto „Beim Reden kommen die Leut z’samm“ und „Jeder ist ein Philosoph“ laden wir Sie ein, mit uns über mehr oder weniger philosophische Themen zu sprechen. Das alles im lockeren Ambiente des Café Promenade.

 

 

 

 

 

 

 

 


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