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Von: Nicole Fleischanderl

Alles lieber ungewöhnlich (Ausgabe XIII / 2010)

Erfolg und Gelassenheit müssen kein Widerspruch sein, daran denkt man im Gespräch mit Christian Jungwirth. Bei brütender Hitze in einem Schanigarten plaudert er mit „Living Culture“ über die Entstehungsgeschichte seiner Galerie, den Erfolg seiner aktuellen Ausstellung „before 10am“ und über zukünftige Projekte. Das Ungewöhnliche, Spannende, alles, was von der Norm abweicht, interessiert den Globetrotter. Deshalb kam er auch 2007 auf die Idee, sein Fotostudio zu einer Galerie umzufunktionieren. Ein Fotograf, der die Fotos der Konkurrenz ausstellt? Damit rechnete niemand. Jungwirth mag mit seinen Ideen die Leute vor den Kopf stoßen, aber immer mit einer gewissen „Leichtigkeit.“ Die Dinge überlegen und dann einfach passieren lassen, das ist sein Erfolgsgeheimnis.

Vernissagen finden in der Galerie Jungwirth nicht am Abend, sondern am Samstagvormittag statt.

Warum? „Damit man blöd fragt,“ so die Antwort des Foto-Genius. Ganz einfach und doch ungewöhnlich. Und siehe da, schon bald wurden deutsche Galerien zu Nachahmern, die ihre Vernissagen ebenfalls auf Samstag früh verlegten. Christian Jungwirth ist davon nicht genervt, im Gegenteil: „Sehe ich Kopien meiner Arbeiten und Ideen, heißt das, was ich mache, gefällt und kann nicht falsch sein.“ 30 bis 80 Personen besuchen täglich seine Galerie, das ist beachtlich.

Das Konzept des Nicht-Herkömmlichen begleitet auch seine Arbeit als Fotograf. Für eine Konzertreihe, die von Graz über Zürich bis Israel unterwegs sein wird, werden seine Fotos als Visuals präsentiert. Natürlich nicht auf „normalen“ Leinwänden, sondern die Bilder werden ausschließlich auf im Wind wehende Materialien projiziert.

Als Künstler würde Christian Jungwirth sich selbst nicht betrachten, eher als kreativen Handwerker „mit zwei Augen und einem Hirn.“ Die Inszenierung des Menschen steht in seinen gewerblichen Aufträgen im Vordergrund. Mode, Magazine, Politik, er hatte schon so viel Prominenz vor der Linse, dass ihm auf die Frage des „Who is who?“ gar kein Name einfallen mag. Schließlich nennt er Johannes Paul II, den er auf einigen seiner Reisen begleiten durfte.

Probleme, hochkarätige Fotokünstler in die Murmetropole zu holen, gäbe es keine, allein die Frage „Wo ist Graz?“ musste schon oft beantwortet werden, dazu kommt die ewig mühsame „Jagd“ auf Sponsoren. Das Feedback ist allerdings immer positiv und das basiert auf der qualitätsvollen Arbeit Jungwirths. Alle, die bisher da waren, sind restlos begeistert. Von allem. Will heißen von der Stadt, von den Menschen, aber auch von der Art und Weise, wie ihre Kunst ausgestellt wurde. „Meine Bilder fühlen sich bei dir wohl“, waren die Abschiedsworte Paolo Roversis. Einfach schön und ungewöhnlich.

Zitate:

Das Ungewöhnliche, Spannende, alles, was von der Norm abweicht, interessiert den Globetrotter.

Vernissagen finden in der Galerie Jungwirth nicht am Abend, sondern am Samstagvormittag statt.


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Living Culture, Sparbersbachgasse 55/28, A-8010 Graz, 0664 / 50 38 300, redaktion(at)living-culture.at