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Text: Michael Lippitsch, Fotos: Maria Erlach

Bilgeri: „Als Künstler bin ich nun vollkommen in Balance!“

Mit dem Lawinendrama „Der Atem des Himmels“ gelang dem Sänger, Schriftsteller und Filmregisseur Reinhold Bilgeri ein Überraschungserfolg. Mit den Geldern, die er durch sein Kinodebüt lukrieren konnte, beteiligt sich der frühere Rockstar nun an einem neuen spannenden Kinoprojekt: „Der stille Berg“, ein historisches Drama, angesiedelt in den Wirren des Ersten Weltkriegs. Italiens Filmdiva Claudia Cardinale spielt eine kleine Rolle, gedreht wird in Südtirol unter der Regie von Ernst Gossner. LIVING CULTURE bat Ko-Produzent Bilgeri zum Interview.

 

LIVING CULTURE: Was sind die Unterschiede zwischen der Produktion Ihres ersten Kino-Films „Der Atem des Himmels“ und dem aktuellen Projekt „Der stille Berg“?

Reinhold Bilgeri: Jetzt ist alles anders als bei „Der Atem des Himmels“. Das war zwar nicht mein erster Film -  ich mache seit 20 Jahren Videos, Fernsehshows usw. - aber es war der erste Kinofilm und die Leute bei der Kinoförderung haben nicht an mich geglaubt. Ich war für die ein Newcomer, ein Nobody, der mit einem riesigen Projekt daherkommt. Und jetzt haben die mich angerufen, ob ich nicht bei „Der stille Berg“ einsteigen möchte. Das hat auch den Grund, dass die beiden Filme genremäßig miteinander sehr verwandt sind. Beides sind historische Filme, die in den Bergen spielen und da bringe ich mit „Der Atem des Himmels“ ein gewisses Know-how mit. Und es sind auch viele Schauspieler, die bei meinem Kinofilm dabei waren, bei „Der stille Berg“ an Bord.

Haben Sie für „Der Atem des Himmels“ wirklich Ihr Haus verpfändet?

Ja, natürlich – alles! Ich habe gewusst, dieses Filmprojekt kann ich nur selbst realisieren, wenn ich alles Geld, das ich verdient habe, da reinstecke und noch zusätzlich einen Kredit aufnehme. Und auch das war noch zu wenig. Dann habe ich mich auf die Suche nach Sponsoren gemacht, bin durch ganz Österreich gefahren, habe Lesungen mit dem Buch zu „Der Atem des Himmels“ gemacht und habe auf diese Weise Investoren abgeklappert. Am Schluss hatte ich über 4 Millionen Euro zusammen und ich hätte alles verloren, wenn das Projekt schiefgegangen wäre. Aber es ist nicht schiefgegangen, ich habe alle meine Finanzierungskredite zurückgezahlt und nun sind die Investoren dran und bekommen ihr Geld.

Bei „Der stille Berg“ spielt Claudia Cardinale eine wichtige Nebenrolle. War das von Anfang geplant, so eine große italienische Filmdiva für das Projekt zu gewinnen?

Ja, wir haben schon sehr früh die Idee entwickelt, einen Weltstar aus Italien für die Rolle der „Nonna“ zu gewinnen. Zuerst habe ich versucht, Sophia Loren zu bekommen, aber die stand aus familiären Gründen nicht zur Verfügung. Dann haben wir Claudia Cardinale das Drehbuch geschickt, es hat ihr gefallen und jetzt hat sie eine Woche mit uns gedreht. Sie ist noch immer ein entzückendes Wesen und natürlich eine wahnsinnig tolle Schauspielerin. Ich muss dazu sagen, seit ich Claudia Cardinale das erste Mal im Kino gesehen habe, bin ich verliebt in sie bzw. in diesen Typ Frau. Meine Ehefrau schaut auch deswegen so aus, sie hat die gleichen braunen Augen und einen ganz ähnlichen Sex-Appeal. Das weiß sie auch und mittlerweile habe ich auch Claudia Cardinale diese Geschichte erzählt und ihr ein Foto von meiner Frau gezeigt. Sie hat das verstanden! (lacht)

Peter Patzak, den ich einmal interviewte, meinte, wenn man das Bedürfnis hat, sich künstlerisch auszudrücken, reicht eine Kunstform nicht. Sehen Sie das genauso?

Ja, das sehe ich ganz ähnlich. Ich switche momentan sehr intensiv zwischen Singen, der Schriftstellerei und dem Filmemachen. Der Erfolg als Rockstar hat mir schon einige meiner Komplexe geglättet und es war eine geile Zeit, aber als Künstler habe ich mich nie vollkommen gefühlt, weil eben ein großer Teil von mir brach gelegen ist, nämlich das Schreiben und das Filmemachen. Erst mit dem Film bin ich als Künstler vollkommen in Balance.

Obwohl Sie bei „Der stille Berg“ nur Ko-Produzent sind, heißt es in den heimischen Medien fast ausschließlich „der neue Bilgeri-Film“...

Genau, aber da kann ich nichts dafür! (lacht) Ich hab sogar schon beim Regisseur Ernst Gossner und beim Hauptproduzenten Heinz Stussak von der SIGMA Film angerufen und mich dafür entschuldigt, aber die meinten alle, das ist egal. Hauptsache es wird über den Film geschrieben. Ich geistere halt schon seit ein paar Jahrzehnten durch die Medien und trage den bekannteren Namen, aber ich kann nicht oft genug sagen, dass der Regisseur Ernst Gossner heißt und dass der Ernstl ein ganz wunderbarer Filmemacher ist. Ich fühle mich ihm sehr verbunden. Er ist wie ein Bruder!


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