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Text & Foto: Maria Wonisch

Der Mentor hinter den Karrieren

Er steht lieber hinter dem Vorhang, ist mit seinem weitläufigen Kontaktnetz in der Kunst- und Wirtschafts-Szene Wegbereiter für mögliche Karrieren, arbeitet selbst aktiv an seinen geförderten Projekten mit und erfreut sich an den Erfolgen seiner Schützlinge. Für LIVING CULTURE tritt er vor den Vorhang.

 

LIVING CULTURE: Herr Tscherne, Sie erfreuen sich am Glück der anderen und wollen der jugendlichen Welt das Schöne an Musik und die Freude an Kultur eröffnen. Sind Sie ein Mäzen oder ein Kultur-Missionar?

Leopold Tscherne: Weder noch. Ich sehe mich als begleitender Unterstützer und Integrationsfigur zwischen jugendlichen Talenten, meinen Ideen und meinen Möglichkeiten, diese lebendig werden zu lassen. Der Staat hat mit seiner Kulturlosigkeit und durch undifferenzierte Subventionslogik leider versagt. Wir Menschen sind aufgerufen, uns mit Privatinitiativen einzubringen und aufzustehen, um die Entwicklung dieses höchsten Gutes Kultur nachhaltig zu fördern!

Bitte um ein Beispiel für eine solche Privatinitiative?

Ich unterstütze einen russischen Violinstudenten der Kunstuni Graz (KUG) materiell und ideell. Das sehe ich als nachhaltig effektiv, als eine Investition in die musikalische Welt und Zukunft eines jungen Menschen. Auch der KUG-Wettbewerb "Franz Schubert und die Musik der Moderne", den ich unterstütze, ist mir ein großes Anliegen!

Klingt nach "Tue Gutes und sprich darüber", nur wer spricht darüber?

Ich habe viel Gutes im Leben bekommen und möchte das an die Gesellschaft weitergeben. Aber nicht nur in Form finanzieller Beiträge, sondern ich will als Integrationsfigur in der Kultur- und Musikwelt auch einen ideellen Beitrag leisten und  meine geförderten Projekte aktiv mitgestalten.
Darüber sprechen? Das tun meine geförderten Schützlinge und hin und wieder die Medien und ich, wenn ich gefragt werde und eine gezielte Botschaft hab!

Welchen Beitrag verantworten Sie konkret?

Ich nutze meine vielfältigen Kontakte und stelle Verbindungen zu kulturaffinen und finanzkräftigen Unternehmen her, die sich als nachhaltige Kulturförderer in den Projekten einbringen können.  
Mit meiner persönlichen Unterstützung einzelner Musiker bin ich Coach und Wegbegleiter von besonderen Talenten.
Mein jüngstes Projekt ist derzeit im gedanklichen Entwicklungsstadium: ein "generationenverbindendes Kulturmodell"; ich will eine geeignete Infrastruktur aufstellen und bin auf der Suche nach Kindern, Musiklehrenden und älteren Menschen, um gemeinsam mit ihnen mein Vorhaben weiter zu entwickeln.

Wie soll dieses "generationenverbindende Modell" funktionieren?

Es beginnt bei den Kindergartenkindern: diese sollen im Rahmen einer qualifizierten musikalischen Früherziehung die Musik erleben lernen und sich vor allem praktisch einbringen. Kindern frontal die kleine Nachtmusik reinzuhauen ist zu wenig. Ich möchte sehen, was sie z. B. beim Feuervogel fühlen, was da abgeht, welche Stimmungsbilder und Gedanken aufkommen. Sie sollen Rollenspiele erfahren und  Kinderopern selbst inszenieren.
Auf der anderen Seite haben wir Menschen im fortgeschrittenen Alter: es ist nachgewiesen, dass regelmäßiger klassischer Musikgenuss die Altersdemenz verzögert bis verhindert.
Meine Vision ist es,  Jung und Alt über meine Liebe zur Musik zusammenzubringen! Darin liegt so viel Potenzial, von dem wir über Generationen hinweg profitieren werden!

Ein Projekt, von dem man hoffentlich noch hören und lesen wird! Was treibt Sie dazu an?

Ich bin überzeugt, dass Menschen das tun sollen, worin ihre Kernkompetenzen liegen. Selbst kann ich leider keine C-Dur-Tonleiter aufschreiben und keine Note lesen und auf der anderen Seite fehlt´s den jungen Musikern an den finanziellen Mitteln. Ich kann sie also unterstützen und sie tragen die Musik hinaus in die Welt und erfreuen die Menschen völkerverbindend. Sie sollen strahlen im Glanz der Anerkennung. Wenn ich mit den jungen Künstlern auf der Bühne stehe, sage ich immer "Danke, dass auch ich meinen Beitrag für die gelebte Musik leisten kann!"

Was ist Ihr Ziel oder Ihr größter Wunsch?

Mein Ziel ist, dass mein russischer Violin-Schützling eines Tages in der Royal Albert Hall Tschaikowskys Violinkonzert spielt, mich danach anruft und sagt "Alles ist gut!"
Wenn er mir vorher auch noch eine Eintrittskarte schickt, freu ich mich schon!

Alles Gute für Sie und Ihre jungen Musiker!  

 



Steckbrief LEOPOLD TSCHERNE: Angestellter, geboren 5.8.1967, Ausbildung am Fremdenverkehrskolleg Bad Gleichenberg zum Touristikkaufmann sowie in der Lebensschule "Learning by Doing".
Leidenschaft: Freude am Leben haben und den Mut dazu aufbringen.
Liebster Aufenthaltsort auf der Welt:  Wo ich gerade bin, am allerliebsten aber im Collio (Region im Friaul).
Diese Person(en) würde ich gerne kennenlernen: Falk Struckmann, deutscher Heldenbariton, und Mariss Jansons, lettischer Dirigent.
Wertvollste Telefonnummer in meinem Handy: Jede für sich, denn Menschen, die mir ihre Nummer anvertrauen, verbinde ich immer mit positiven Geschichten.
Lebensphilosophie: "Wer nix dividiert, kann nix multiplizieren im Leben": das Glück der anderen erfreut mich und gibt meinem Leben Sinn!
Nachhaltigkeit bedeutet für mich:  Die Saat, die ich sähe, soll mich überleben. Es ist für mich viel freudvoller, in die Zukunft eines jungen Menschen zu investieren als die Turbo-Cash-Cows unserer modernen hektischen Welt zu melken.
"Living Culture" bedeutet für mich:  Lebenslang authentisch bodenständig zu bleiben anstatt dem Lockruf eines Porsche Cayenne, Jahrgangs-Perrier-Jouët oder Urlaub auf der Privatyacht zu erliegen.
Worum geht’s mir im Leben?  Sich bewusst spüren am Lebensweg, vorwärts gehen, aber regelmässig reflektieren und die Chance nutzen, sich aus den erlebten Erfahrungen heraus stetig weiter zu entwickeln.

 

Leopold Tscherne beim Musizieren mit seinen Töchtern


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