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Text: Adele Schwingenschlögl; Foto Christian Jungwirth
 

Die Herausforderung herausfordern!

 

Im Alltag führt er ein Mittelständiges – Unternehmen und steht gleichzeitig als österreichischer Bundesliga Präsident an der Front, wenn es um Fußballfragen geht. Trotzdem muss es auch ballfreie Zeiten geben, am besten beim Bergwandern mit seiner Familie. „Da will ich dann von Fußball nichts hören oder sehen. Da ist ohnehin alles so steil, da bleibt kein Ball mehr liegen.“
 
Keinen Ball auf dem anderen ließ auch die kürzlich zu Ende gegangene Europameisterschaft.
Das Fußballfieber flaut langsam ab, patriotische oder landesübergreifende (Hoch)gefühle bleiben bestehen. Und bei all der Begeisterung für den Sport stellt sich Fußball denn doch als explosives Pflaster dar, ein Sammelsurium unterschiedlichster Gefühlauswüchse, was auch Hans Rinner nicht entgeht. „Es gibt wohl nichts, das mehr geballte Emotion hervor ruft, als Fußball. Man darf das nicht unterschätzen“, merkt der ehemalige Sturm Präsident an. Aggressive Ausschreitungen seien in Wahrheit ein Abbild der Gesellschaft. „Das muss man ernst nehmen“. Strafen sind zwar notwendig, würden aber die Hautproblematik, wie so oft, nicht lösen.
„Das Problem ist ein gesellschaftspolitisches, da muss sich jeder an der Nase nehmen, jeder Elternteil, jeder Erziehende und jeder politisch Verantwortliche.
 
„Abseits“, nämlich im seinem eigenen Betrieb, nimmt Hans Rinner täglich seine eigene Verantwortung wahr. Als Eigentümer und Geschäftsführer der Frigopol Kälteanlagenbau GmbH in Frauental muss er wirtschaftliche, soziale und visionäre Faktoren unter einen Hut bringen. Wie geht man es an, wie schafft man das?
„Man muss es gewohnt werden, Herausforderungen herauszufordern“, antwortet er überlegt.
Es reizt das Unbekannte, das Risiko, der Wunsch, etwas zu verändern und zu bewegen. Eingebettet in ein Netz aus verlässlichen Partnern und Geschäftsführern muss Rinner zwar in brenzligen Situationen zur Stelle sein. Aber im Übrigen hält er es bewusst entspannt. „Wenn man Mitarbeiter entwickeln will, muss man die Fähigkeit haben, im richtigen Augenblick wegzusehen“. Meint, dem anderen zu vertrauen, loszulassen, nicht zu kontrollieren. „Und das ist nicht einfach.“
 
Viel Kraft schöpft Hans Rinner aus den gemeinsamen Gesprächen mit bereits erwähntem 70-jährigen Schriftsteller Roth. „Er ist für mich ein Synonym für einen weisen älteren Herren. Da zehrt man sehr lange davon.“
Sein eigenes Erfolgsrezept hat er auch: „Man muss das Ziel lieben“. Das Ziel, den Weg dorthin und schöne Augenblicke. „Die geben unheimlich viel Energie. Das können auch ganz kurze Momente sein.“ Oder längere, wenn er an warmen Sommertagen gemütlich mit seiner Frau auf die Alm spaziert, in Steirertracht, versteht sich. Gerade in Zeiten der Globalisierung ist es für ihn wichtig, Traditionen zu pflegen. Eine davon ist, bewusst eine Tracht zu tragen, das ist steirisches Kulturgut für ihn.
„Die hirschlederne Hose und hinter dir der Hirsch mit dem frischen Geweih, das ist ja schon bald überromantisch…!“
 

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