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Text & Fotos: Christoph Szalay

Läuten bei Starke – Weihnachtsausstellung der Stiftung Starke in Berlin

Die Stiftung Starke in Berlin lädt auch heuer wieder zur traditionellen Weihnachtsausstellung in das Löwenpalais nach Berlin-Grunewald. Living Culture war dort.

Es ist Winter in Berlin. Am Gesundbrunnen friert das Wasser an den Baustellen und am Kurfürstendamm bläst man den Rauch in den kalten Himmel. „Alles wird gut“, denke ich, als ich in den Bus nach Grunewald ein- und an der Station Hasenheide wieder aussteige. Und so ist es auch. In den Galerieräumen der Stiftung Starke in der Koenigsallee 30-32 ist es warm und still. Die Wände sind mit Gold- und Silberpapier dekoriert und von der Decke hängen Engel, die mit Posaunen und Pausbacken von Weihnachten erzählen. Das Thema aufgreifend, lädt die Stiftung Starke seit dem 15. November auch heuer wieder in das Löwenpalais zur alljährlichen Weihnachtsausstellung. In den unterschiedlichsten Kunstrichtungen präsentieren KünstlerInnen im und aus dem stiftungsnahen
Umfeld bis zum 30. Jänner 2014 ihre Arbeiten.




Das Angebot, das einem hier gemacht wird, ist groß. Sehr groß und die Zeit, die man dafür zur Verfügung hat, immer zu kurz. Es reicht über zwei Räume und gefühlte zwei Stockwerke. Der Schwerpunkt der Arbeiten liegt in der Malerei. Die Bilder im Hauptraum sind hauptsächlich Großformate bzw. wandfüllende Arbeiten. So kippt man gleich bei Betreten des Hauptraumes in David Antonides' düsteren New York Ausschnitt. Als Teil seiner cityscapes Serie, begegnet man der Stadt, die niemals schläft hier in Wandgröße und sieht nur Schemen, vermutlich Konturen die in dunklen, kalten Farben gehalten sind. Anders die Kolorierung bei Ryo Kato. Der japanische Künstler, der seit seinem Studium an der UdK Berlin auch seinen Arbeits- und Lebensmittelpunkt hier hat und für die Weihnachtsausstellung in der Stiftung Starke mit einem Bild vertreten ist, begegnet der Zersplitterung der Welt in einem grellen Bilderreigen, der sich nahtlos einfügt in die Wucht der Werke, die einem hier gezeigt und angeboten werden. Wenn man jedoch lange genug durch den Raum wandert, findet man auf den Bildern bis nach Italien oder tanzt mit Jolanta Wittes Liebenden durch die Nacht oder den Tag oder wo auch immer man tanzen mag.

Findet der Hauptraum als Ausrufezeichen statt, so ist der Nebenraum der Punkt eines Satzes; leiser und dennoch bestimmt. Die Arbeiten hier sind Klein- bis Mittelformate, die im Kontrast zu den Großformaten im Hauptraum stehen. Es sind häufig Fotoarbeiten, wie etwa Michele Caliaris stille Polaroids des Tempelhofer Flugfeldes, die den Blick konzentrieren und Intimität stiften, die man im Hauptraum ein bisschen verloren glaubte. Auch die minimalistischen Installationsarbeiten des Berliner Künstlers Stefan Bechert tragen trotz ihres grellen Grüns dazu bei. Die Ruhe, die der Raum und die Arbeiten dort ausstrahlen, nimmt man gerne mit auf einen letzten Gang durch das Palais und einen letzten Blick auf das Funkeln und Glitzern an den Wänden, bevor man wieder in den Winter zurückläuft und die Tage zählt, die von nun an noch bleiben bis Weihnachten.
 

 


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Living Culture, Sparbersbachgasse 55/28, A-8010 Graz, 0664 / 50 38 300, redaktion(at)living-culture.at