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Von: Michael Lippitsch; Fotos: Jan Zischka

Oscar-Filmheld Karl Markovics: Mich interessiert die Veränderung! (Ausgabe IV / 2008)

Im Theater in der Josefstadt ist Österreichs derzeit wohl bekanntester Schauspieler Karl Markovics in dem Stück „Mein Kampf“ von George Tabori zu sehen. Nur wenige Minuten vor einem Auftritt nahm sich der Oscar-Held Zeit für ein Gespräch mit Living Culture.

Gibt es für Sie noch so etwas wie Lampenfieber auf der Bühne?

Bei der Premiere hat man klarerweise Lampenfieber, die Premiere ist immer etwas ganz Eigenes. Vor den normalen Vorstellungen bin ich eigentlich nicht aufgeregt, bis auf die eine Minute unmittelbar davor. Aber das wirklich auch erst im Augenblick, bevor man raus auf die Bühne geht.

In „Mein Kampf“ gibt es ausgiebige Nacktszenen der Schauspielerin Hilde Dalik. Welchen inhaltlichen Sinn haben diese?

Keine Ahnung. Ich bin Darsteller. Ich habe zwar früher immer wieder Stücke interpretiert, aber das tue ich nicht mehr. Das könnte ich als Zuschauer machen, aber nicht, wenn Sie mich als Darsteller fragen. Meine Aufgabe ist darzustellen, nicht zu interpretieren. Die Nacktszenen haben aber nichts mit der Inszenierung zu tun, das steht dezidiert so im Stück.

Sie waren als Zuschauer bei Spielen der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft. Wie ist Ihr Resümee der Heim-Europameisterschaft?

Es hätte für das Team sicher mehr rausschauen können, aber die Möglichkeiten die man hatte, lassen für die Zukunft hoffen. Also es ist nicht so, dass man nur verzweifelt die Hände vor die Augen schlägt.

Sie haben in einem Interview einmal Córdoba mit dem Oscar-Gewinn verglichen…

Damit meinte ich, dass es nach dem Oscar nicht dabei bleiben darf, dass man in Österreich sagt: "Es geht eh". Zu hoffen ist, dass sich die Anfangseuphorie auch tatsächlich in eine länger anhaltende Kraft umlenkt, die da auch die notwendigen Mittel zur Verfügung stellt.

Gibt es schon erste Anzeichen dafür, dass dies gelingt?

Es gibt einige kleinere Anzeichen, dass sich doch etwas tut. Man darf jetzt vorschnell weder zu optimistisch noch zu pessimistisch sein. Ich denke, das nächste Jahr wird es dann auch wirklich zeigen, inwieweit alle Versprechungen auch eingehalten werden und sich in einer weiteren Förderung niederschlagen. Man kann bereits jetzt eine gewisse Ernsthaftigkeit bemerken, dass Film – gerade im Bildungsministerium – als eigenständige Kunstform wahrgenommen wird.

Glauben Sie für sich persönlich, dass die Wiederholung eines derartigen Erfolges, wie es ihn mit dem Film „Die Fälscher“ gab, möglich ist?

Keine Ahnung. Weder ich noch Stefan Ruzowitzky planen so etwas. Wenn es ein Rezept gäbe, wie man einen Oscar-Film macht, dann gäbe es nur noch Oscar-Filme.

In einem anderen Interview haben Sie einmal gesagt, Sie möchten auf keinen Fall eine Ikone werden. Warum?

Eine Ikone ist unveränderlich, und alles, was unveränderlich ist, finde ich uninteressant. Unveränderbarkeit ist ja das Sinnbild der Ikone. Sie ist starr, sie ist tatsächlich leblos. Sie hat zwar einen ganz bestimmten Ausdruck, aber der ist unveränderlich. Und das was mich interessiert, ist genau das Gegenteil: Veränderung.

Interessiert Sie, was einmal die Nachwelt über Sie denken wird?

Gar nicht. Mich interessiert auch nicht, was die Gegenwart über mich denkt.


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