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Von: Nicole Fleischanderl; Fotos: Christian Jungwirth; www.bigshot.at

Propheten Preise Prototypen (Ausgabe XVI / 2011)

Living Culture trifft Starmime Peter Simonischek

Der Prophet, der nichts gilt im eigenen Land, ein Spruch, den wohl jeder kennt, gerade in kulturellen Belangen. Thomas Bernhard gilt als Paradebeispiel. „Nemo propheto in patria“ heißt die Lesung von Peter Simonischek im Grazer Schauspielhaus, mit Auszügen aus dem Buch „Meine Preise.“ Denn geehrt wurde Thomas Bernhard in mindestens dem gleichen Maß, wie er verachtet wurde. Wie er mit den an ihn verliehenen Preisen umgehe, wollen wir von dem Schauspieler wissen, als wir ihn in seiner Garderobe treffen.

Peter Simonischek kritisch: „Ich habe auch gelegentlich Preise überreicht bekommen, Ehrungen, Orden. Ich hab damit auch nie massive Probleme gehabt. Der wesentliche Unterschied zu Bernhard besteht darin: Ein Autor betreibt seine Kunst ja meist in einem stillen Kämmerlein, im Unterschied zum Schauspieler. Und bei den Preisverleihungen wird man dann sozusagen ans Licht gezerrt. Außerdem waren Bernhards Preise auch immer mit Geld verbunden, auf das er angewiesen war, meine Auszeichnungen haben keinen monetären Wert. Ich finde es auch völlig unsinnig, sich über solche Preise aufzuregen, da man jede Ehrung auch ablehnen kann, wenn man sie nicht will.“

In Punkto Preise hat auch „Living Culture“ etwas vorzuweisen, und zwar auf der Geberseite. Erst vor kurzem wurde der „Living Culture“ Gentleman Award an Frank Stronach verliehen, überreicht von Vorjahressieger Franzobel. Wie sieht eigentlich für Peter Simonischek, den wir ganz selbstverständlich dieser Gattung zuordnen, ein zeitgemäßer Gentleman aus? „Prinzipiell ist das jemand, der andere Menschen ernst nimmt, Respekt vor ihnen hat und sie nicht ungebührlich unter Druck setzt. Jemand, der weder aufdringlich, noch neugierig ist und mit Ungereimtheiten elegant umgehen kann.“ Aber er weiß, wie die meisten, die wir zu diesem Thema befragt haben, dass es unzählige Kriterien gibt. Und viele Gegenbeispiele: „Gerade bei uns in Österreich ist man nie sicher davor, dass gerade die „Gentlemen“ plötzlich ausrutschen. Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn jemand, der sich eigentlich benehmen kann, auf einmal die unterste Schublade zieht.“ Als Beispiel eines Anti-Gentleman nennt Simonischek Silvio Berlusconi, der sich durch „Überheblichkeit und Frauenverachtung“ auszeichnet. Und ist er selbst ein Gentleman? „Ich kann für nichts garantieren, aber ich komme sicher nicht für den Prototyp des Gegenteils in Frage.“


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