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Von: Michael Lippitsch; Fotos: Michael Lippitsch

Ringo Starr Ein Beatle besucht Wien (Ausgabe XVII / 2011)

Einen vergleichbaren Hype um eine Band, wie er in den 60er Jahren von den Beatles ausgelöst wurde, wird es wohl nie wieder geben.

Alle Nachgeborenen konnten sich nun allerdings in Wien ein Bild davon machen, was es mit der sogenannten ‚Beatlemania‘ auf sich hatte.

von Michael Lippitsch

Ringo Starr, der ehemalige Schlagzeuger der Pilzköpfe und neben Paul McCartney letzter noch lebender Beatle, beehrte die Bundeshauptstadt für zweierlei: Er gab ein Konzert mit seiner All-Star-Band und eröffnete eine Pop-Art-Ausstellung. Ringo ist nämlich unter die Maler gegangen.

Beatles-Fans aller Altersgruppen belagerten die Wiener Seilergasse bereits Stunden vor der angekündigten Ankunft Ringos, die sich dann nochmals um gut zwei Stunden verschob. Die Wiener Polizei musste mit einem Absperrband einschreiten, um den Verkehr in der kleinen Straße in der Nähe des Stephansplatzes wenigstens ansatzweise aufrechtzuerhalten. Schließlich war es soweit und Ringo Starr fuhr in einem schwarzen Minivan mit verdunkelten Scheiben und einem Aufgebot an amerikanischen Bodyguards bei der „Galerie G-POP“ vor, um die Ausstellungsräume mit seinen Kunstwerken zu besichtigen. Alt-60er, aber auch jugendliche Fans waren aus dem Häuschen, als sie ein bisschen Ringo zu sehen bekamen. Österreichische Securitys bildeten eine Menschenkette, um die frohlockenden Fans in Zaum zu halten, von denen im Nachhinein aber die meisten Verständnis für die strengen Sicherheitsmaßnahmen zeigten. Auch über 30 Jahre danach kann nicht vergessen werden, was John Lennon in New York von einem geisteskranken „Verehrer“ angetan wurde.

Steirer holte Ringo nach Wien

Computerkunst nennt Ringo, der eigentlich Richard Starkey heißt, seine bunten, comic-haften Pop-Art-Werke. Grund: Der humorvolle Ex-Beatle greift nicht zum Malpinsel, wenn er sich zwischen anstrengenden Konzert-Tourneen künstlerisch betätigt, sondern benutzt den Computer-Zeichenstift. Dass die Ergebnisse nun in einer Wiener Galerie zu bewundern sind, ist einem Steirer zu verdanken. Der aus Bad Gleichenberg stammende Kunstsammler Gerald Hartinger lernte Ringo 2005 bei einer Ausstellung in New York kennen und lotste ihn nun in seine Wiener Galerie. „Ich war immer Beatles-Fan“, erzählte Gerald Hartinger im Interview mit LIVING CULTURE. „Und in letzter Zeit habe ich die Musik natürlich noch öfter gehört“, sagte Hartinger lachend und mit großer Freude im Gesicht, dass es nun endlich geklappt hat, Ringo mit seiner Kunst nach Wien zu holen.

Ringo Starr war immer jemand, der auch abseits der Musik nach starken Ausdrucksformen in der Kunst suchte. Trat bereits in den Beatles-Kinofilmen, wie etwa „A Hard Day‘s Night“ oder „Help!“ (der teilweise in Österreich gedreht wurde) Ringos schauspielerisches Talent am stärksten hervor, versuchte sich Ringo nach der Trennung der Beatles einige Zeit lang erfolgreich als Schauspieler, etwa in dem italienischen Westernfilm „Blindman“. Journalistenfragen beantwortete Ringo Starr in Wien mit dem für ihn typischen Humor. Auf das obligatorische „Wie gefällt Ihnen Wien“ einer Fernsehreporterin antwortete ihr Ringo: „Sie sind bis jetzt das Schönste, das ich in Wien gesehen habe.“ Auf die Frage, wie er sich jung halte, sagte der ehemalige Beatles-Schlagzeuger: „Mit meiner Malerei, der Musik und natürlich mit Love and Peace“. Als Vorbild und Inspiration für seine Kunst führte Ringo, der mit dem ehemaligen James-Bond-Girl Barbara Bach verheiratet ist, übrigens Rembrandt an. Ob das ernst gemeint war und ob man Einflüsse Rembrandts in Ringos Bilder entdecken kann, muss allerdings jeder für sich selbst entscheiden.

Zitat:

Ringo Starr war immer jemand, der auch abseits der Musik nach starken Ausdrucksformen in der Kunst suchte.


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