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Von: Anonyme Autorin; Fotos: Gernot Langs, www.lanxx.at

Sex über den Wolken (Ausgabe XII / 2010)

Sex im Flieger verbindet wohl jeder mit Sylvia Kristel. Jeder über vierzig und nach Woodstock. Lange Beine,
kein Silikon. Die Story, so es eine gab, ist mir entfallen, ebenso der Name des Films… War da nicht eine karierte Decke im Spiel, die alles tarnte?

Decken werden ausgeteilt –und ich schiele zu meinem Nachbarn, einem grauen Wolf in Armani-Montur. Mein Chef. Er grinst mich an und ich weiß Bescheid. Diese zufälligen Berührungen schon beim Einchecken ließen mich kurz an meinen Kater denken, der garantiert dann Körperkontakt sucht, wenn der Zeitpunkt völlig ungeeignet ist. Dass graumelierte Mittfünfziger eine gefährlichere Spezies sind und sich nicht ins Körbchen verweisen lassen, wenn sie sich daneben benehmen, wird mir jetzt langsam bewusst. Wie weit würde er gehen?

Meine Befürchtungen, diesen Flug nicht „unschuldig“ zu überstehen, nehmen konkretere Formen an, als das Licht im Mittelgang erlischt. Ich könnte schwören, dass die harte Kante an seinem Schritt zuvor noch nicht da war.

Vor einer Woche habe ich den Auftrag angenommen, den Prokuristen als Dolmetsch zu begleiten. Schon beim Vorstellungsgespräch war sein Blick aufrichtig und eindeutig gewesen. Ich hätte ablehnen können, doch in seinem kühnen Blick lag etwas, das mich reizte. Nebenbei war der halbwöchige Job überdurchschnittlich gut bezahlt. Mit ein paar exotischen Drinks im Blut kein Problem, dachte ich, wenn überhaupt, wären es bestenfalls drei lausige Nummern. Mehr steht der Alte ohnehin nicht durch ohne Besuch auf der Intensivstation.

Nun bin ich mir nicht mehr so sicher. Sein Shirt entblößt sehnige Unterarme, breite Handgelenke und einen starken Nacken. Kräftige Finger greifen nach meiner Hand und schieben sie unter seinem nun gefalteten Sakko zu der harten Ausbuchtung. Flugzeugsitze bringen es ja mit sich, dass man sich schnell näher kommt.

Immerhin haben wir die Dreierbank für uns allein. Jenseits des Gangs ein blasser Spießer mit seiner Frau am Fensterplatz. Eine hochgewachsene Blonde, sensationelle Figur, bringt ihm ein Schlafkissen. Sie bückt sich um etwas. Dabei streckt sie meinem Chef ihren knackigen kleinen Hintern wie die abgebrühteste Horizontal-Hostesse in Höhe der Augen entgegen. In Höhe sämtlicher Sinnesorgane. Der einsame Wolf ist irritiert. Wenn sie noch einen Schritt zurückweicht, würde er sie in den Po beißen. Oder er schiebt seine Hand zwischen ihren Schenkeln hoch und ich sehe dabei zu. Diese Vorstellung erregt mich ungemein. Er beobachtet mich aus den Augenwinkeln und weiß den Glanz in meinem Blick absolut richtig zu deuten. Auf seine Lippen legt sich ein maliziöses Lächeln. „Wir alle haben verborgene Wünsche und Fantasien, denen wir uns früher oder später stellen müssen.“

Vermutlich früher, fürchte ich. Ich spüre das Pochen seines Rohrs, nur noch gebändigt von dem glatten Stoff. Sein Blick ist der eines Raubtiers kurz vor dem Sprung. Längst hat sich sein Kontrollzentrum vom grauen faltigen Cerebrum, wo es die Verklemmten und Ahnungslosen rund um uns vermuten, in tiefere Regionen verlagert. Dann rauscht die Blonde wieder ab.

Der graue Wolf aber kann nicht mehr warten. Er dreht sich mir zu und zieht mich zu sich heran. Im Halbdunkel sehe ich die Lichtreflexe vom grün leuchtenden Exit-Schild in seinen Pupillen tanzen. Sein Mund ist verwirrend nah. Ich schließe die Augen und unsere Lippen berühren einander, zart, beinahe zögerlich. Das Raubtier lässt sich Zeit. Bevor er seine Lippen öffnet, legt er eine Hand an meinen Hals. Spielerisch wandert sie in meinen Ausschnitt, dann dorthin, wo sonst die Brosche sitzt. Er findet die Beere und beginnt an ihr zu drehen. Schauer laufen über meinen Rücken. Ich öffne mich ihm, wild und fordernd. Das Spiel seiner Zunge und seiner Finger füllt meine Adern mit Feuer.

Ich stöhne, die Finger an meiner Brust sind unerträglich! Entweder rücke ich ab, oder er würde der vermutlich erste in einem Flugzeug von einer Dolmetscherin vergewaltigte Prokurist werden. Ich entscheide mich für den Fensterplatz und entziehe mich ihm.

Er rückt nach, treibt mich in die Enge. Sein Cola-Rum geschwängerter Atem streift meine Wange. „Komm schon!“, raunt er mit kehliger Stimme und bauscht die Decke über seinem Schoß.

Die Situation ist grotesk. Meine geschickten Finger öffnen den Zipp. Ich nehme seinen Speer in die Hand, der sofort hochfährt. Der graue Wolf atmet stoßweise. Doch statt sich an einer soliden Handarbeit zu erfreuen, packt er meine Hüften und zieht sie zu sich. Finger wie Stahl bohren sich in mein Fleisch.

Er dreht sich seitlich und die harte Spitze berührt mich durch den Stoff. Mein Puls beschleunigt sich dramatisch. Hektisch schiebe ich meinen Rock hoch. Seine Finger stoßen auf den Widerstand meines feuchten Tangas. Er schiebt ihn zur Seite und ich wölbe ihm meine geschwollenen Schamlippen entgegen. Wenn er mich an meinem empfindlichsten Punkt stimuliert, würde ich auf der Stelle kommen. Aber das tut er nicht. Stattdessen gleiten seine Finger forschend über das glitschige Nass. Ungeduldig wippe ich mit dem Becken.

„Mach endlich!“, flehe ich. Mir ist einerlei, wer das jetzt mitbekommt. Ich will nur noch eines: das drängende Pochen in meiner Spalte stillen.

Ruckartig drückt er meinen Oberkörper auf den Sitz. Er setzt an und bohrt seine Lanze in mein heißes Fleisch. Füllt mich aus. Gepfählt von der pulsierenden, prallen Härte, die er mir bis in die Eingeweide gestoßen hat, schließe ich die Augen. Langsam beginnt er sich in mir zu bewegen. Gnadenlos langsam. Ich zwänge die Hand zwischen meine Beine und stimuliere mich selbst. Das Zucken meiner Spalte lässt seine Stöße härter werden. Nicht lange und der graue Wolf krümmt sein Becken und verströmt sich in mir.

Verstohlen sehe ich mich um. Nur der Nachbar dreht sich zu uns herum. Der blasse Typ, dessen Brille mit Goldrand etwas verrutscht ist, schließt offensichtlich ahnungslos wieder die Augen und träumt vielleicht von einer, die es eigentlich nur im Film gibt. Ah ja, Emmanuelle, ich erinnere mich wieder.

Zitat:

Meine Befürchtungen, diesen Flug nicht „unschuldig“ zu überstehen, nehmen konkrete Formen an, als das Licht im Mittelgang erlischt.
Ich könnte schwören, dass die harte Kante an seinem Schritt zuvor noch nicht da war.


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