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Von: Monika Wogrolly; Fotos: Living Culture

Was ist die Liebe, Frau Martha Butbul? (Ausgabe VIII / 2009)

Jeder kennt sie als „Jazzgitti“. Im Café Landtmann in Wien gibt sich die Stimmungskanone offen und sensibel. LIVING CULTURE erzählt sie von ihrer große Liebe zu einem um 25 Jahre jüngeren Mann.

Wie darf ich Sie denn ansprechen - Frau Butbul oder lieber JAZZGITTI?

Einfach nur „Gitti“. Jazz Gitti ist mein Spitzname. Ich habe zwölf Jahre lang in Wien einen Jazzclub gehabt, und irgendwann war ich dann die Jazz Gitti. Einen Spitznamen kriegst‘ nicht mehr weg! [lacht]

Ein zentrales Thema jedes Menschen ist die Liebe. Ihr Partner Roman ist um einiges jünger als Sie.

Er ist um 25 Jahre jünger als ich. Ich war fünf Jahre lang Single, da waren die „Discokiller“ meine Familie. Ich hab damals einfach keinen Mann getroffen, der mir gefallen hätte. Aber wenn ich wirklich wen gern habe, bin ich auch treu, aber wenn er mich vernachlässigt…

…dann sind Sie auch keine Heilige...

Nein, weil ich das nicht einsehe, verstehen Sie? Die Zeiten sind vorbei wie im alten Ägypten, wo die Frauen mit dem verstorbenen Pharao zusammen eingemauert worden sind! Es heißt ja Partnerschaft, und wenn der eine nicht mehr will – ich bin niemand, der sich aufdrängt. Wenn nicht „hergeliebt“ wird, kann ich nicht zurücklieben.

Wie kann eine Partnerschaft glücken, trotz großen beruflichen Engagements?

Super! Ich bin seit zehn Jahren mit Roman zusammen. Man hatte uns ja nicht einmal vierzehn Tage gegeben, sowohl die Presse als auch der Freundeskreis waren voller Zweifel.

Es kam so: Ich war, wie schon gesagt, fünf Jahre Single. Und dann bin ich nach Gran Canaria und habe mich dort prompt in einen Spanier verliebt. Ich dachte mir „Okay, probieren wir’s mit ihm“. Ich war dann acht Jahre lang mit ihm zusammen. Dieser Mann war zwölf Jahre jünger als ich, aber in Wahrheit war er um zwanzig Jahre älter. Er war zwar ein sehr liebenswerter Mensch, ist aber nur wie ein Couchpotatoe daheim herumgesessen. Wir haben fast nur zusammen ferngesehen – er spanisch, ich deutsch. [lacht]

Dann war ich einmal beim Stadtfest in Graz, hab dort gar nicht gespielt, sondern war eingeladen. Dort hab ich Roman kennengelernt. Er hat damals noch in einer Bank gearbeitet, ist aber nach Wien gezogen. Zuerst haben wir noch in einem Hotel gewohnt, dann haben wir uns nach einer Wohnung umgesehen. Den Spanier hab ich in dem Haus zurücklassen, in dem ich gewohnt hatte, es war gemietet.

Sind Sie viel oder nur selten zusammen?

Nun ja, nach zwei Jahren, nachdem mich die „Discokiller“ verlassen hatten und die Plattenfirma mich in die Lade gelegt hat, weil ich beim ORF einmal den Mund zu weit aufgerissen hab‘, habe ich mich selbst an die Arbeit gemacht. Ich habe Verträge geschrieben und herumtelefoniert. Ich wollte alles selbst machen, aber Roman hat mir diese Arbeit dann abgenommen. Doch nach einiger Zeit hat er gemerkt, dass sich das mit seinem Bankjob nicht vereinbaren lässt, und musste sich entscheiden. Er hat dann gesagt, wenn ich ihm versprechen würde, mich nicht einzumischen, würde er die Organisation für mich übernehmen. Wir haben uns dann geeinigt. Er macht jetzt alles. Er hat alles wieder aufgebaut, alles geregelt, auch mit dem ORF bin ich versöhnt. Inzwischen habe ich mein eigenes Plattenlabel, meine eigene Plattenfirma, und für die letzte CD haben wir Gold gekriegt.

Wo laden Sie Ihre energetischen Batterien wieder auf?

Ich kann total abschalten bei mir zu Hause. Ich liebe mein Haus. Dort ist es ganz ruhig und entspannend.

Erkennen Sie das, wenn sich jemand an sie klammern will, nur weil Sie die Jazz Gitti sind?

Das habe ich schon gehabt, aber nicht lange. Ich bin sehr höflich und nett, aber ich bin nicht jemand, der so kurze Freundschaften hat.

Sie können sich also abgrenzen.

Schauen Sie, ich bin ein total offener und ehrlicher Typ. Ich lasse viele Leute sehr nahe, aber ganz nahe lasse ich nur sehr wenige.

Sie sind eine Stimmungskanone und immer gut drauf.

Ich bin auch manchmal z’wider, aber wenn ich auf der Bühne stehe bin ich nicht z’wider. Da bleib ich dann lieber daheim als schlecht gelaunt auf der Bühne zu stehen.

Was muss ein Mann haben, um eine Frau zu erobern?

Vor allem muss ich das Gefühl haben, dass er mich lieb hat.

Spüren Sie das?

Absolut! Auch wenn man manchmal streitet – solange der Streit nicht zu tief geht. Und damit ich einen Mann mag, muss er mir einfach sympathisch sein. Der Roman ist ein gutaussehender Mann, aber das Aussehen ist nicht das wichtigste Kriterium in der Liebe. Mir wäre es sogar noch angenehmer, wenn er zehn Jahre älter wäre. Wenn Roman geschäftlich unterwegs ist, ist er so was von straight und total in Ordnung, aber privat ist er manchmal ganz anders. [lacht] Er will immer gewinnen, er ist ein bisschen ein Macho. Aber ich bin auch a bissl a Macho!

Zitate:

JAZZGITTI:

...ICH BIN AUCH A BISSL A  MACHO...

Ich bin seit zehn Jahren mit Roman zusammen. Man hatte uns ja nicht einmal vierzehn Tage gegeben, sowohl die Presse als auch der Freundeskreis waren voller Zweifel.

Ich bin ein total offener ehrlicher Typ. Ich lasse viele Leute sehr nahe HERAN, aber ganz nahe HERAN lasse ich nur wenige.“


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