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Von: Monika Wogrolly; Fotos: Jan Zischka

Wie ist es, ein schöner Mann zu sein, Herr Alfons Haider? (Ausgabe X / 2009)

Auf der Grazer Opernredoute am 30. Januar 2010 verleihen Living Culture Chefredakteurin Monika Wogrolly und Alfons Haider zum ersten Mal Living Culture Gentleman-Awards an von einer Fachjury auserwählte Herren mit Kultur.

Was verstehen Sie unter Glück, Herr Haider?

Das größte Glück ist, wenn man Erfolge teilen kann. Misserfolge und Pannen habe ich immer problemlos alleine weggesteckt, aber Erfolge und Freude nicht teilen zu können, das ist sehr schlimm. Glück ist, wenn man jemanden hat, mit dem man diese Hochgefühle teilen kann.

Sind Sie ein religiöser Mensch?

Ich kenne so viele Ordensschwestern und Ordenspfleger - so hatte ich das Glück, Mutter Theresa kennen zu lernen – ich habe nur Probleme mit der „Chefetage“ im Vatikan. Diese Ansichten sind für mich nicht nachvollziehbar. Eine Kirche, die mit Frauen so umgeht wie die unsere heute, verdient das Prädikat „Menschlichkeit“ nicht. Das kann nicht der Wille Jesu sein. Stellen Sie sich vor, wir kommen in den Himmel und stellen dort fest: Gott ist eine Frau! Herrlich wäre das!

Ich finde es ganz wichtig, dass Menschen an etwas glauben. Der Politik kann man nicht glauben, der Öffentlichkeit kann man nicht glauben, und den Medien schon gar nicht. An irgendwas muss man jedoch glauben können, da ist Religion natürlich schon was Wichtiges. Man darf aber nicht vergessen, dass Religion auch ein Machtinstrument ist. Die katholische Kirche zum Beispiel ist ein souveräner Staat mit einem absoluten Monarchen, das darf man nicht aus den Augen verlieren.

Halten Sie es für reines Kalkül, dass der „Konzern Kirche“ den Menschen den Glauben verkauft?

Jetzt muss ich vorsichtig sein! Kirche ist ein Konzern, aber ich sage noch einmal: Es gibt Millionen im Fußvolk, die tiefgläubig sind und die Kirche in sich tragen. Diese Menschen verdienen den Begriff „göttlich“. Der Stellvertreter Gottes auf Erden ist abgeschirmt wie ein Staatspräsident, dadurch ist ihm der Blick auf diese Schichten verwehrt. Im Grunde genommen tut er mir deshalb leid.

Sie sagten, es ist wichtig für Sie, positive Gefühle zu teilen. Sehen Sie sich eher als Beziehungsmensch oder als Workaholic?

Ich bin sicher ein Workaholic. Das liegt aber auch daran, dass ich in meiner Jugend vor meinem Privatleben in die Welt des Geschäfts geflohen bin, um nicht aufzufallen. Man verlernt leider das Zusammenleben, wenn man so lange Single ist. Ich bin auch derzeit Single.

Was verbinden Sie mit Venedig, außer Harry’s Bar und Carpaccio?

Harry’s Bar – die drei teuersten Abendessen meines Lebens! [lacht] Jedes Mal wieder hineingefallen, aber gut war es. Das trau ich mich jetzt fast nicht sagen, aber für mich ist Venedig nach wie vor Österreich, so wie auch Triest und Südtirol. Ich will jetzt nicht mit Herrn Strache verglichen werden, aber es ist vielleicht so eine Art Nostalgie. Venedig ist ja so un-italienisch – da ist Neapel ganz anders.

Sie sammeln Elefanten, woher kommt das? Ein Kindheitserlebnis?

Ich weiß nicht, ob Sie das wissen, aber die Haut eines Elefanten ist im Vergleich zur Größe seines Körpers unglaublich zart und leichtest verletzbar. Sie haben für ihr Körpergewicht eine extrem dünne Haut und ein extrem tolles Herz. Soweit man weiß, sind sie die einzigen Tiere, die trauern und die Tierfriedhöfe besuchen. Sie nehmen von verstorbenen Partnern Abschied und kommen nach Jahren wieder zurück und trauern an der Stelle, an der ihr Partner verstorben ist. Und sie haben ein ungeheures Erinnerungsvermögen! Sie sind sehr intelligente Tiere. Bei tödlichen Zwischenfällen mit Menschen liegt es übrigens zu 99 Prozent am Menschen, denn wenn sieben Tonnen mit achtzig Kilo spielen, muss nicht immer eine Tötungsabsicht dahinter sein.

Wie ist es, wenn man ein schöner Mann ist?

Als Schauspieler wird man als Hübschling natürlich anders eingesetzt, da spielt man den ewigen Prinzen. Regisseur Ernst Hinterberger hat mich mal angerufen und gefragt, ob ich in „Kaisermühlen Blues“ mitspielen wollte. Ich habe gesagt, „Ja, aber nur wenn ich ein Arschloch spielen darf“. Und er hat gemeint, dass er genau das möchte. Und dann hab ich das gespielt – eine der schönsten Fernsehrollen meines Lebens.

Zitate:

ÜBER RELIGION:

Eine Kirche, die mit Frauen so umgeht wie die unsere heute, verdient das Prädikat „Menschlichkeit“ nicht. Das kann nicht der Wille Jesu sein.

ÜBER schönheit:

Als Schauspieler wird man als Hübschling natürlich anders eingesetzt, da spielt man den ewigen Prinzen.


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