Interessiert an exklusiven Kulturerlebnissen? Melden Sie sich für den Newsletter an und erhalten Ihre LC news straight home. Finden Sie Anregungen für mehr Lebensqualität ohne Zeitaufwand und besuchen unsere Events mit dem speziellen LC Faktor.



Sprache:

Anrede:


Titel:


Vorname:

Nachname:

E-Mail:


Text und Fotos: Michael Lippitsch
 

Yoko Ono (Ausgabe XXI / 2012)

Kokoschka-Preis für ihre besondere Kunst

LIVING CULTURE war dabei, als die weltbekannte Künstlerin in Wien ausgezeichnet wurde.

Das Wiener Gartenbaukino platzte aus allen Nähten, als im März dieses Jahres Yoko Ono den Oskar-Kokoschka-Preis von Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle in Empfang nahm. Vor der Übergabe des Preises wurden zwei Kurzfilme Onos gezeigt, die dem Publikum einen eindrucksvollen Einblick in das vielseitige Schaffen der ewig jungen 79-Jährigen gaben. „Onochord“ hieß der erste Film, der Ono auf einer Reise durch die Welt begleitet, von Venedig über München bis Tokio, wo sie mittels Lichtsignalen Liebesbotschaften unter die Menschen brachte. „Fly“ war der zweite gezeigte Film, in dem 25 Minuten lang eine Fliege in Großaufnahme auf dem Körper einer nackten Frau umherwandert, untermalt von Musik Yoko Onos.
„Der Oskar-Kokoschka-Preis wurde1980 im Todesjahr Kokoschkas initiiert und wird alle zwei Jahre an eine lebende Künstlerpersönlichkeit für ganz besonders ausgezeichnete Leistungen auf dem Gebiet der bildenden Kunst verliehen“, erklärte Gerald Bast, Rektor der Universität für angewandte Kunst in seiner Ansprache. Medienkünstlerin Valie Export hielt im Gartenbaukino die Laudatio auf die 1933 in Tokio geborene Preisträgerin und bezeichnete Yoko Ono als „Pionierin und Erneuerin der zeitgenössischen Kunst“ und „eine der bekanntesten Frauen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.“ Valie Export in ihrer Rede: „Mit diesem Preis wird auch die künstlerische Haltung und das politische Bewusstsein ausgezeichnet. So gesehen gilt der Oskar Kokoschka Preis auch als politische Manifestation.“ Ono habe sich immer für Weltfrieden und Menschenrechte eingesetzt und Valie Export damit bereits in jungen Jahren durch ihre innovative Kunst, revolutionäre Haltung, ihren Mut und ihre Kraft beeindruckt.
Einen Tag nach der Preisverleihung trat Yoko Ono noch einmal im Hotel Sacher vor die Presse und betonte erneut ihre Dankbarkeit, in Wien mit einem Preis ausgezeichnet zu werden, der nach dem großen österreichischen Maler Oskar Kokoschka benannt ist, den Ono sehr verehrt. Während bei der Preisveranstaltung im Gartenbaukino am Vortag kein einziges Mal der Name John Lennon fiel oder die Beatles erwähnt wurden, war das bei der Pressekonferenz am Folgetag schon anders. Kein Wunder, war 1969 Ono doch mit John Lennon auf „Hochzeits-Aktions-Reise“ in Wien und verblüffte damals - ebenfalls im Hotel Sacher - die österreichischen Journalisten mit ihrer „Bagism“-Aktion, bei der Ono und Lennon Interviews gaben, während sie in einen riesigen Leintuch-Sack gehüllt waren. Nun, 43 Jahre später, verlief die Presseveranstaltung ohne große Überraschungen, dafür mit eindrucksvollen Statements. So forderte Yoko Ono etwa einen Friedensnobelpreis für alle Künstler. „Künstler und die Kunstindustrie sind die, die uns Menschen weiterbringen. Ganz im Gegensatz zur Kriegsindustrie“, sagte Ono.

 


« zurück

Living Culture, Sparbersbachgasse 55/28, A-8010 Graz, 0664 / 50 38 300, redaktion(at)living-culture.at