Filitheyo — Nichts ist schöner
Text: Monika Wogrolly / Living Culture; Fotos: Karl Polzhofer
Die Sandinsel ist Robinson like klein und zu Fuß, natürlich barfuß, moderat in 25 Minuten zu umrunden.
Punkt zwei, dort gibt es, so wie wir es uns in Europa nicht vorstellen können, endlich „Nichts“. Aber ein „Nichts“, das wundervoller nicht sein könnte. Denn dieses „Nichts“ ist nicht im Sinne Friedrich Nietzsches zu verstehen, sondern bedeutet, dass wir jedweden Ballast, der uns in der so genannten Zivilisation und an unseren Kultur-Hotspots am Selbst-Sein hindert, so wie Make-up oder repräsentative Klamotten, aber auch irgendjemandem irgendetwas beweisen zu müssen, oder auch nur uns selbst durch Leistung unseren Wert zu verdienen, ganz einfach abstreifen können.
Zwanglos und frei
Ja, du kannst dich schick machen auf Fili, wie die Insel von allen, die sie lieben, genannt wird, aber, was das Schöne ist, du musst nicht. Es gibt keine Dresscodes, keine Animationen, keine Zwänge und Etiketten, aber jede Menge Freiheit, viele Kokospalmen – die Insel ist ein einzigartiger Dschungel – und dennoch jede Menge Komfort.
Spa zum Wohlfühlen, lovely Food
Das Spa bietet hochwertige Massagen und Treatments, die Balinesische Sandmassageist nach über 10 x auf Filitheyo noch immer mein Favorit. Die Kulinarik ist pur und zugleich umwerfend, ich hatte noch nirgendwo auf der Welt so knackigen Blattsalat, so leckeren Fisch und so fruchtige Papaya genossen. Du kannst zwischen Strandvillen und Über-Wasser-Villen (den Häuschen auf Stelzen) wählen, beides bombastisch mit eigenem persönlichen Privatbereich beziehungsweise Badebereich. Die Sunset-Bar bietet Cocktails zur Happy Hour, eine Pool-Bar und à la Carte Gourmet-Mahlzeiten.
Fili Family
Das Insel-Team ist sehr schnell „wie Familie“, so dass man – ich diene hier als lebendes Beispiel – ganz selbstverständlich und fraglos immer wiederkommt. Denn irgendwann spüre ich ihn wieder, den Punkt meiner „Inselreife“, wenn nichts mehr hilft, keine Ablenkung und kein Seminar, keine Meditation und kein Warten auf bessere Zeiten. Sondern nur noch die Heimkehr, denn so fühlt es sich an, dorthin, wo du nicht berauscht wirst, aber erfüllt und wo du noch am Riff vor der Tür deines Bungalows eine gigantische Unterwasserwelt erleben kannst, mit Korallen, Clownsfischen, Schildkröten, ja und auch Stachelrochen, Moränen und Haien, die aber alle sittsam geblieben sind, so oft ich auch dort war.
Einfach abgetaucht
Die Tauchschule in der Nähe von Restaurant und Main-Bar lockt all jene an, die ihren Free Open Water Diver Tauchschein machen wollen. Ode einfach nur schnuppern und gleichmäßig atmen üben; auch das ist ein unvergessliches Erlebnis. Und erschwinglich ist die Insel auch.
Also fass dir ein Herz und ab ins Flugzeug entweder mit Emirates über Dubai mit Zwischenstopp und Wartezeit oder mit Direktflug der Austrian in der Lufthansa Gruppe. Und sobald du in Male ins Wasserflugzeug steigst, bist du spürbar bei dir angekommen und hebst ab über dem Inselparadies der Malediven, um nahe Filitheyo quasi mitten im indischen Ozean zu landen. Von dort mit dem Katamaran abgeholt zu werden ins geheime und unaufgeregte naturbelassene Inseleldorado.