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Der Natur auf der Spur – Eine Rei­se durch die vier Ele­men­te Was­ser, Erde, Luft, Feu­er


Text und Foto: Lukas Wogrol­ly / Living Cul­tu­re
Eine ein­stün­di­ge Eigen­pro­duk­ti­on der Oper Graz bot akus­tisch wie optisch Ein­zig­ar­ti­ges für Alt und Jung.

Dass Oper viel mehr als lan­ge, drei­stün­di­ge Vor­stel­lun­gen zu bie­ten hat, für die man eini­ges an Sitz­fleisch braucht, wur­de ein­mal mehr am spä­ten Vor­mit­tag des Sonn­tags, 8. März – des inter­na­tio­na­len Frau­en­ta­ges – deut­lich. Ein strah­lend schö­ner wol­ken­lo­ser blau­er Him­mel, früh­lings­haft warm. Und das, obwohl ja meteo­ro­lo­gisch zwar schon seit genau einer Woche, seit dem Monats­be­ginn am 1. März, Früh­ling war, kalen­da­risch bezie­hungs­wei­se astro­no­misch aber erst in knapp zwei Wochen, am 20. März mit der Tag-und-Nacht-Glei­che. Also eigent­lich der Jah­res­zeit nach noch Win­ter.

Wozu die­ser klei­ne Exkurs zu den Jah­res­zei­ten bezie­hungs­wei­se zum Wet­ter? Ganz ein­fach: Denn das zen­tra­le The­ma der ein­stün­di­gen Vor­stel­lung „Der Natur auf der Spur“, für die es sich für Groß und Klein lohn­te gut eine Stun­de indoor im präch­ti­gen Ambi­en­te der Oper Graz zu ver­brin­gen, lau­te­te: Das Wet­ter. Oder bes­ser gesagt: Eine Rei­se durch die vier Ele­men­te, bekannt aus der Anti­ke: Was­ser, Erde, Luft, Feu­er.

Zen­tra­le Figur war Mode­ra­tor Micha­el Groß­schädl ali­as Wet­ter­frosch Lenn­art Wet­ter­la­ge, beglei­tet von der je nach Ele­ment in ins­ge­samt vier ver­schie­de­ne Rol­len schlüp­fen­den Leah Beden­ko: Wil­ma Was­ser­klang, Erna Erden­ruh, Lui­sa Luft­strom, Fenia Feu­er­fun­ke. Doch damit nicht genug: Für jedes Ele­ment ande­re Mit­glie­der der Tän­ze­rIn­nen aus „Tanz­Ak­tiv!“, der Bal­lett­schu­le der Oper Graz, boten eine ele­ment-spe­zi­fi­sche Bewe­gung bezie­hungs­wei­se Per­for­mance. Die der Mode­ra­tor das Publi­kum ani­mier­te mit­zu­ma­chen, soweit auf den Sit­zen in redu­zier­ter Form das mög­lich war. Und: Dem Orches­ter, gelei­tet von Diri­gent Johan­nes Braun ali­as Nathan Natu­ra, kam eine zen­tra­le Rol­le zu. Je nach Ele­ment spiel­te es näm­lich ent­spre­chen­de Stü­cke, wie die Ouver­tü­re zu Richard Wag­ners „Der flie­gen­de Hol­län­der“ beim Ele­ment Was­ser, oder „Dan­se Infer­na­le“ aus Igor Stra­win­skys „Der Feu­er­vo­gel“. Die meis­ten musi­ka­li­schen Dar­bie­tun­gen wur­den auch von Diri­gen­ten wie Orches­ter anschau­lich dem Publi­kum erklärt. Also, mit wel­chen Instru­men­ten lässt sich wel­ches der vier Ele­men­te am bes­ten musi­ka­lisch dar­stel­len.

Die Auf­zäh­lung, oder bes­ser gesagt musi­ka­li­sche wie opti­sche Rei­se durch die vier Ele­men­te, deren Über­gang vom Mode­ra­tor meist mit der Durch­sa­ge „Es bahnt sich ein Wet­ter­um­schwung an“ ange­kün­digt wur­de, gip­fel­te am Ende in einer ein­zig­ar­ti­gen Sym­bio­se aus allen vier Ele­men­ten. Deren Zusam­men­spiel eben erst den Reiz unse­rer Welt aus­ma­chen wür­de. Dabei bot der Mode­ra­tor alle vier Bal­lett­tanz­grup­pen gleich­zei­tig auf die Büh­ne, und auf­grund der mul­ti­plen Rol­le von Leah Beden­ko, war es natür­lich nicht mög­lich, auch zeit­gleich Wil­ma Was­ser­klang, Erna Erden­ruh, Lui­sa Luft­strom und Fenia Feu­er­fun­ke auf die Büh­ne zu holen. Dies nur als klei­ne Rand­no­tiz mit einem Augen­zwin­kern.

Und last but not least, die letz­ten Wor­te von Mode­ra­tor Micha­el Groß­schädl ali­as Lenn­art Wet­ter­la­ge bil­de­ten den Über­gang zum Beginn die­ses Tex­tes: „Das Zusam­men­spiel der vier Ele­men­te lässt sich am bes­ten in der Natur beob­ach­ten an einem so wun­der­schö­nen Früh­lings­tag wie heu­te.“ Da dach­te ich mir, streng wie ich bin: ja, Früh­lings­tag nach dem meteo­ro­lo­gi­schen Früh­ling, der am 1. März beginnt. Aber astro­no­misch haben wir, trotz der früh­lings­haf­ten Tem­pe­ra­tu­ren, eigent­lich noch für knapp zwei Wochen lang Win­ter. Denn ich habe immer gelernt, der Früh­lings­be­ginn sei am 21. März und mitt­ler­wei­le ist er auf den 20. März gewan­dert.


Offi­zi­el­le Vor­ankün­di­gung der Oper Graz und Beschrei­bung des Stü­ckes zum Nach­le­sen
Feu­er, Was­ser, Erde, Luft – wenn sie im Ein­klang sind, dann blüht die Natur und die Erde lebt. In die­sem Fami­li­en­kon­zert bege­ben wir uns gemein­sam auf eine musi­ka­li­sche Ent­de­ckungs­rei­se durch die Welt der vier Ele­men­te. Mal knis­tert das Feu­er, mal plät­schert das Was­ser, dann rumort die Erde oder die Luft beginnt zu tan­zen. Mit span­nen­der Musik und leben­di­gen Klän­gen wer­den die Ele­men­te hör­bar und erleb­bar.

Kar­ten für alle Kon­zer­te bekom­men Sie aus­schließ­lich im Ticket­zen­trum am Kai­ser-Josef-Platz 10, unter ticketzentrum.at oder unter 0316/8000.

Schul­klas­sen erhal­ten Kar­ten um € 8 pro Kind (bei Besuch im Klas­sen­ver­band).


Alters­emp­feh­lung: von 7 bis 11

Richard Wag­ner
Der Flie­gen­de Hol­län­der, Ouver­tü­re

Bedřich Sme­ta­na
Die Mol­dau, 1. »Quel­le der Mol­dau« + 2. »Die Mol­dau« – Haupt­the­ma

Evard Grieg
Peer Gynt Suite Nr.1, »In der Hal­le des Berg­kö­nigs«

Andrea Tar­ro­di
Sym­pho­ny in Fire, »Water, Earth and Air«, 3. »Air«

Lud­wig van Beet­ho­ven
Sin­fo­nie Nr. 6 (Pas­to­ra­le), 4. Satz »Gewit­ter, Sturm.«

Clau­de Debus­sy
Noc­turnes, »Nuages«

Geor­ges Bizet
Car­men, »L’amour est un oise­au rebel­le«

Igor Stra­win­sky
Der Feu­er­vo­gel, »Dan­se Infer­na­le«

Pjotr Iljitsch Tschai­kow­sky
Der Nuss­kna­cker, »Blu­men­wal­zer«