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El mun­do 2025 – Ein Fes­ti­val der Ver­schie­den­heit und Gleich­heit


Text und Fotos: Lukas Wogrol­ly / Living Cul­tu­re
In Juden­burg gewann Thor­ge Ber­ger mit „Magi­sches Indi­en“. Für mich war vie­les gleich und anders.

Wie schon 2023 beginnt mei­ne Rei­se zum El mun­do Fes­ti­val in Juden­burg auch im Jahr 2025 in Wien. Nach einem nach­mit­täg­li­chen Zwi­schen­stopp am Neu­en Markt im Her­zen der Wie­ner Innen­stadt in der Kur­kon­di­to­rei OBERLAA unweit des Ste­phans­plat­zes geht es ins legen­dä­re Metro­pol Thea­ter im 17. Bezirk Her­nals: „Lie­bes­ge­schich­ten und Hei­rats­sa­chen – Nes­troy meets Strauss“ steht auf dem Pro­gramm. Eine Art Ouver­tü­re zu dem, was da fol­gen soll­te an den kom­men­den bei­den Tagen an bun­ten Vor­trä­gen und einer wahr­haft „fan­tas­ti­schen Rei­se um die Welt“ (sie­he Foto), wie es auch wört­lich zur Eröff­nung auf die Lein­wand pro­ji­ziert wur­de. Noch­mal kurz zurück zu Nes­troy: Sei­ne Pos­se „Lie­bes­ge­schich­ten und Hei­rats­sa­chen“, deren Titel Namens­ge­ber der wohl – zusam­men mit den Som­mer­ge­sprä­chen — bekann­tes­ten ORF-Sommer(loch)-Sendung ist, hat an sich mit Johann Strauss wenig bis gar nichts am Hut. Doch ange­sichts des nur weni­ge Tage spä­ter bevor­ste­hen­den 200. Geburts­tags des „Scha­ni“ und des damit ver­bun­de­nen Johann-Strauss-Jubi­lä­ums­jah­res 2025 ver­fass­te Metro­pol-Chef Peter Hof­bau­er das Libret­to für eine eige­ne Ope­ret­te, bei der die tur­bu­len­te Hand­lung der Nes­troy-Pos­se gekonnt mit wohls­e­lek­tier­ten und neu betex­te­ten Johann-Strauss-Melo­dien berei­chert wird. Unter den Dar­stel­len­den sticht Andy Lee Lang her­aus.

Gedank­lich noch ein biss­chen beim Archiv­tag des Stei­er­mär­ki­schen Lan­des­ar­chivs am Tag zuvor, ließ ich die Ein­drü­cke an die­sem Abend des 16. Okto­bers 2025 ein­fach so auf mich wir­ken, und fand im Metro­pol Thea­ter nicht mei­ne wah­re Freu­de dar­an. Doch Geschmä­cker sind ver­schie­den. Die­ser Gedan­ke, im latei­ni­schen Ori­gi­nal „de gus­ti­bus non est dis­pu­t­an­dum“, hat­te bis jetzt all mei­ne Bericht­erstat­tun­gen über das El mun­do Fes­ti­val geprägt. Ich hat­te eigent­lich immer auf mei­nen oder mei­ne per­sön­li­chen Favo­ri­ten auf den Gesamt­sieg spe­ku­liert, und dann wur­de es immer jemand ande­rer. Dies­mal wähl­te ich bewusst einen ande­ren Zugang. Bei der Ver­lei­hung des Publi­kums­prei­ses, für den auch ich stimm­be­rech­tigt war, wähl­te ich ganz unver­fro­ren den Vor­trag, der mir per­sön­lich, da so erfri­schend anders, am bes­ten gefal­len hat­te, näm­lich von Tho­mas Her­brich „The Grand Col­li­si­on“, ohne mir wei­te­re Gedan­ken über den Gesamt­sie­ger zu machen. (Da ich  zu wenig in die Ent­schei­dung ein­ge­bun­den war, setz­te ich 2025 einen Schluss­strich unter die­ses ohne­hin nie von Erfolg gekrön­te Tipp-Spiel.) Eben­so wenig setz­te ich bei der 2025er-Aus­ga­be von „El mun­do“ auf eine 2024 aus­führ­lich beschrie­be­ne, da aus­gie­big geleb­te Pra­xis: Den Umgang als Jour­na­list mit den Vor­tra­gen­den. Hat­te ich mich noch im ver­gan­ge­nen Jahr bunt unter die Men­ge der Teil­neh­men­den gemischt, und neben Foto­graf Bern­hard Bren­ner und den 2017er-Preis­trä­ge­rIn­nen und 2024er-Jury­mit­glie­dern Chris­ti­ne Son­vil­la und Marc Graf bei den 2024er-Teil­neh­men­den ins­be­son­de­re den Kon­takt zu Judith Döker sowie Tan­ja Wil­lers und Johan­na Hoch­ed­lin­ger gesucht, nach­zu­le­sen hier, ver­hielt ich mich ein Jahr spä­ter bewusst teil­neh­mend-beob­ach­tend. Auch bei den bei­den Glo­be­trot­ter-Par­tys zog ich mich meist schon kurz nach 23 Uhr zurück, um die Ein­drü­cke sacken zu las­sen.

Und nun also los mit der Chro­no­lo­gie, die auch der Foto­ga­le­rie die­ses Bei­trags grob folgt. Im Gegen­satz zum Aus­gangs­punkt in Graz muss­te ich in Wien nicht um kurz nach 5 Uhr mor­gens los, wenn ich noch ohne Umstei­gen nach Juden­burg gelan­gen woll­te. Die Anzei­gen­ta­fel am Wie­ner Haupt­bahn­hof am 17.10.2025 ist der Beleg: 9:58 Uhr. Ab El mun­do 2026 wird es ohne­hin auch ab Graz spä­te­re Direkt­ver­bin­dun­gen nach Juden­burg geben, denn im Zuge der Eröff­nung der Kor­alm­bahn wur­de der gesam­te Zug­fahr­plan in ganz Öster­reich, ins­be­son­de­re natür­lich in der Stei­er­mark und Kärn­ten, mit 14.12.2025 umge­stellt. Nach der Ankunft in Juden­burg die obli­ga­ten Fotos. Kein Taxi – nie­mals, denn auch ich will mich vor dem Fes­ti­val wenigs­tens ansatz­wei­se wie so man­cher Vor­tra­gen­der füh­len. Mit mei­nem Gepäck über die Mur­brü­cke, Fotos von dort genau­so Pflicht wie von jener gro­ßen Anzei­gen­ta­fel eines Kreis­ver­kehrs, die auch mei­ne Geburts­stadt Voits­berg als eine Fahrt­rich­tung anzeigt. Dann der Auf­stieg ins Stadt­zen­trum. Oben ange­langt, über­las­se ich die Adre­na­lin­ge­schich­ten von nun an aus­schließ­lich den­je­ni­gen, denen ich da nun lau­schen wer­de an zwei aus­führ­li­chen Nach­mit­ta­gen und Aben­den in Fol­ge. Auf mei­nen Wunsch hin, dan­ke, lie­be Karo­li­ne Stra­ner, übri­gens erst­mals direkt aus der ers­ten Rei­he. Ich bin schon etwas knapp in der Zeit, hole mir daher noch rasch einen Snack aus dem Super­markt. Im JUFA-Hotel wird das Gepäck abge­stellt, der Schlüs­sel erst­mals selbst­stän­dig mit­tels Codes aus der Schlüs­sel­box geholt.

Dann rein ins Ver­an­stal­tungs­zen­trum Juden­burg, ein ehe­ma­li­ges Klos­ter, Akkre­di­tie­rung abge­holt mit den Ein­tritts­kar­ten für die bei­den Tage am Ein­gang bei der bereits erwähn­ten Medi­en­be­treue­rin und Mit­or­ga­ni­sa­to­rin der Stadt­ge­mein­de Juden­burg Karo­li­ne Stra­ner. Ich sit­ze rechts vor­ne, vor mir nur noch das Musik-Duo Fritz Kres und Niki Scha­ber­nak. Die von an die­sem ers­ten Fes­ti­val­nach­mit­tag aus­führ­lich ins Bild gerückt wer­den. Und dann geht es auch schon fast los mit Tag 1 von El mun­do 2025, wir schrei­ben den 17.10.2025, es ist 14:30 Uhr und auf der gro­ßen Lein­wand erscheint jener bereits anfangs zitier­te Schrift­zug: „Herz­lich will­kom­men in Juden­burg. Herz­lich will­kom­men zu einer fan­tas­ti­schen Rei­se um die Welt.“ Berüh­rend die Anmo­de­ra­ti­on von Kurt Kai­ser. Er erwähnt die För­de­rungs­kür­zun­gen, man müss­te eigent­lich von För­de­rungs­strei­chun­gen spre­chen. Wich­ti­ge Spon­so­ren wer­den aus­führ­lich ins Licht gerückt. Dazu zählt die Braue­rei Thal­heim, die auch mir als Bericht­erstat­ter mit einer Tra­ge Bier, sie­he Foto, ein Ehren­ge­schenk macht. Und dann begin­nen die Vor­trä­ge – Bür­ger­meis­te­rin und Kul­tur­re­fe­ren­tin Elke Flo­ri­an, in den ver­gan­ge­nen Jah­ren bewähr­te Eröff­nungs­red­ne­rin wie Preis­ver­lei­he­rin, ist übri­gens an bei­den Tagen krank­heits­be­dingt ent­schul­digt.

Der Auf­takt­vor­trag ist fast wis­sen­schaft­li­cher Natur, näm­lich „Spu­ren im ‚Lee­ren Vier­tel‘ von Tho­mas Brandl-Rutt­ner über die Ent­ste­hungs­theo­rie des Homo Sapi­ens in der afri­ka­ni­schen Wüs­te. Julen Sán­chez spricht danach über „Allein im Ruder­boot über den Atlan­tik“, tol­le Sto­ry, tol­le Fotos, aber kein Gas­sen­hau­er. So ehr­lich darf man wohl sein. „Anek­do­ten eines Bei­fah­rers“ von Dani­el Kle­sen ali­as Dani­el Daku­na ist wit­zig-poin­tiert und soll­te am Tag dar­auf den Publi­kums­preis gewin­nen. Obwohl ich bekannt­lich für einen ande­ren Vor­trag gestimmt habe, aber dazu spä­ter mehr. Irgend­wie schaf­fe ich es bei den ers­ten Vor­trä­gen am Nach­mit­tag noch nicht wirk­lich auf mei­ne Betriebs­tem­pe­ra­tur zu kom­men. Viel­leicht lag es auch an der viel­fach bereits beschrie­be­nen Fül­le an Erleb­nis­sen unmit­tel­bar davor, und an der knapp bemes­se­nen Zeit. „Das ist kein Spa­zier­gang. Am Sul­tans Trail“ von Mar­tin Zinggl ist inter­es­sant, aber eben­so wenig her­vor­ste­chend.

Vor­trag 5 und 6 an die­sem Nach­mit­tag ent­fa­chen dann glü­hen­de Emo­tio­nen. Lutz Jäkel, Face­book-Freund und Preis­trä­ger 2 Jah­re davor, spricht über „Das neue Syri­en. Eine Rei­se durch ein Land im Umbruch“. Erst­mals springt in mir der Fun­ke über, nicht nur wegen der per­sön­li­chen Bezie­hung zum Vor­tra­gen­den. Doch abge­se­hen davon ist sein Bei­trag von höchs­ter Qua­li­tät. Die­ser Mei­nung von mir ist im Übri­gen auch die Jury und somit soll­te mein Face­book-Freund Lutz Jäkel nach Platz 3 im Jahr 2023 2 Jah­re spä­ter auf dem Sie­ger­trepp­chen eine Stu­fe höher stei­gen. Die Jury zeich­net ihn am Fol­ge­tag mit Platz 2 für den somit zweit­bes­ten Gesamt­vor­trag aus.

Noch mehr begeis­tert mich – im Gegen­satz zur Jury, die­ser Bei­trag bleibt unprä­miert – jedoch Vor­trag 6, „The Grand Col­li­si­on“ von Tho­mas Her­brich. Mein per­sön­li­cher Favo­rit auf den Publi­kums­preis. Und eben erfri­schend anders. Denn authen­tisch und lebens­echt, wie in einer Fern­seh-Doku, wird vom Vor­tra­gen­den beschrie­ben, wie 1896 eine künst­lich her­bei­ge­führ­te Kol­li­si­on zwi­schen 2 Zügen im wei­ten texa­ni­schen Nie­mands­land der USA zum größ­ten Medi­en- und Publi­kums­spek­ta­kel aller Zei­ten insze­niert und gepusht wur­de. Ein Mahn­mal, eine Alle­go­rie, ein Zei­chen für das was wir heu­te erle­ben; mit der Über­di­men­sio­nie­rung und eben künst­li­cher Insze­nie­rung von vie­len potem­kin­schen Dör­fern, die nur Schein und Fas­sa­de sind und nicht hal­ten, was sie ver­spre­chen. Tho­mas Her­brich schil­dert nicht nur in einer Art Kli­max die inten­si­ven Vor­ar­bei­ten und Berech­nun­gen und die Art des Zuschau­er­zu­stroms in die Wüs­te von Texas. Son­dern auch, dass allen wis­sen­schaft­li­chen Vor­ar­bei­ten zum Trotz, die künst­lich her­bei­ge­führ­te Zugs­kol­li­si­on einen uner­war­te­ten nega­ti­ven Neben­ef­fekt hat­te, aber nichts­des­to­trotz auf­grund der dadurch erreg­ten glo­ba­len Wahr­neh­mung und auf­grund der Tat­sa­che, dass der Groß­teil der etwa 40.000 Zuschau­er unver­letzt blieb, in Sum­me als posi­tiv wahr­ge­nom­men wur­de. Und am Ende die Orga­ni­sa­to­ren von Schuld frei­ge­spro­chen wur­den. Ein Vor­trag wie aus dem Nichts, so erfri­schend anders. Aber eben kein Preis­trä­ger für die Jury, so wie es fast immer bei mei­nen per­sön­li­chen Favo­ri­ten war. Aber getippt dar­auf habe ich dies­mal ohne­hin nicht, nur ins­ge­heim gehofft. Und trotz­dem muss ich auch in die­sem Zusam­men­hang erwäh­nen, dass ich den Vor­tra­gen­den Tho­mas Her­brich im Lau­fe des Fes­ti­vals noch zwei wei­te­re Male erle­ben soll­te. Und in bei­den Fäl­len konn­te er mich, im Gegen­satz zu sei­nem ers­ten Auf­tritt, defi­ni­tiv nicht so über­zeu­gen. Viel­leicht waren aber auch ein­fach mei­ne Erwar­tun­gen in wei­te­rer Fol­ge zu hoch, nach solch einem bom­bas­ti­schen Vor­trag!

Die wei­te­ren Vor­trä­ge vom Frei­tag: „Sat­tel­fest – Moun­tain­bi­ken über den Dächern der Welt“ von Ger­hard Czer­ner. Für mich nicht son­der­lich her­aus­ra­gend, für die Jury eben­so wenig. Auch „Vom Müll­tau­cher zum Wald­ba­de­meis­ter“ von David Groß bleibt ohne Preis. Mir jedoch gut in Erin­ne­rung, da von einer Art „Deutsch­land in Japan“ die Rede ist. Der letz­te Vor­trag des ers­ten Tages, „Der Ruf der Anden“ von Ani­ta Burg­hol­zer und Andre­as Hübl, soll­te hin­ge­gen am Tag danach den 3. Gesamt­rang bele­gen.

Und nun sind wir auch schon ange­langt bei der ers­ten Glo­be­trot­ter­par­ty: Dies­mal bei­de in mei­ner Unter­kunft, dem JUFA-Klos­ter­ho­tel Juden­burg, neben dem Ver­an­stal­tungs­zen­trum. Man muss sich anstel­len beim Buf­fet, man muss schau­en, wo ist noch Platz. Das Essen ist gut, die Stim­mung eben­so. Ich quet­sche mich irgend­wo rein, stel­le mich an ums Essen. Irgend­wann „habe ich fer­tig“ und dann geht es für mich auch schon aufs Zim­mer.

Tag 2, mein Namens­tag 18. Okto­ber, beginnt für mich mit dem ent­spann­ten Früh­stück zum spä­test­mög­li­chen Zeit­punkt. Danach dann kurz zum 1. Vor­mit­tags­pro­gramm­punkt abseits des Fes­ti­val­pro­gramms, näm­lich 1 Foto­work­shop über das neu­es­te Bild­be­ar­bei­tungs­pro­gramm „Wings X“. Zum wei­te­ren Rah­men­pro­gramm zählt dann auch ein wei­te­rer Work­shop, dies­mal im Grü­nen Saal des Ver­an­stal­tungs­zen­trums, dem ich zur Gän­ze bei­woh­ne, näm­lich „Pimp your show“ von Tho­mas Her­brich.

Und dann beginnt auch schon Tag 2 des Fes­ti­vals um 14:00 Uhr am 18. Okto­ber, mit „Hid­den Val­ley – Expe­di­ti­on ins Unbe­kann­te“ von Tris­tan Brey­er. Ana­bel und Jor­ge Valen­te spre­chen danach über „In 10 Jah­ren um die Welt“. Mein Platz im Publi­kum ist übri­gens an die­sem zwei­ten Fes­ti­val­tag nicht mehr ganz vor­ne rechts, son­dern ganz vor­ne links, direkt unter dem Red­ner­pult. Dem­entspre­chend sind nicht mehr die Musi­ker Niki Scha­ber­nak und Fritz Kres im Fokus mei­ner Kame­ra, son­dern die unter­schied­li­chen Vor­tra­gen­den und natür­lich auch Mode­ra­tor Kurt Kai­ser, der gewohnt sou­ve­rän die Pau­sen zwi­schen den Vor­trä­gen inhalt­lich füllt. Apro­pos: Sei­nen Sohn erwähnt er auch und wünscht ihm Alles Gute zum 10. Geburts­tag. Den Glück­wün­schen am Frei­tag schließt sich das Publi­kum an und es gibt auch ent­spre­chen­de Ein­blen­dun­gen auf der Lein­wand.

Bas­ti­an Maria spricht über „Aben­teu­er Japan & Süd­ko­rea“ und dann ist mit Mar­co Gas­pa­ric & Till Auf­schla­ger wie­der ein etwas aus der Rei­he tan­zen­des Duo an der Rei­he. Die bei­den berich­ten in „Ver­las­se­ne Orte – Leben­di­ge Geschich­ten“ über soge­nann­te Lost Places und schil­dern aus­führ­lich und authen­tisch mit ent­spre­chen­dem Bild­ma­te­ri­al, nicht nur die Fas­zi­na­ti­on die­ser beson­de­ren ver­las­se­nen Orte ihrer Mei­nung nach. Son­dern genau­so die unzäh­li­gen Schwie­rig­kei­ten und vor allem Gefah­ren, die der­ar­ti­ge Expe­di­tio­nen mit sich brin­gen. Stich­wort Stra­fen. Meist geht es nicht um wil­de Tie­re, eisi­ge Höhen oder tie­fe Abgrün­de wie in vie­len der übri­gen Vor­trä­ge, son­dern um geschlos­se­ne Stol­len, her­ab­fal­len­de Mau­er­stü­cke oder abge­sperr­te Berei­che und auch um Pro­ble­me mit der Behör­de. Mir gefällt das gut und der Jury eben­so. Der Vor­trag wird völ­lig ver­dient mit dem Preis für das bes­te Aben­teu­er aus­ge­zeich­net. Erfri­schend anders und sehr authen­tisch, Cha­peau!

Chris­ti­an Pfan­zelt aus Gar­misch-Par­ten­kir­chen muss­te für sei­nen Vor­trag sei­nen per­sön­li­chen Lebens­raum gar nicht ver­las­sen, denn er spricht von „Wet­ter­stein – Grenz­gän­ge von Alp­spit­ze bis Zug­spit­ze“ und damit über jene Gegend in unmit­tel­ba­rer Nähe von Gar­misch-Par­ten­kir­chen, sei­ner Hei­mat. Ein ande­rer Deut­scher, näm­lich Thor­ge Ber­ger aus Ber­gisch Glad­bach, eben­so wie Lutz Jäkel Face­book-Freund von mir und eben­so wie Jäkel bereits bei einer Vor­gän­ger­edi­ti­on, dies­mal ist es 2021, mit dem 3. Gesamt­rang prä­miert, folgt auf Pfan­zelt. Und, ja, im Gegen­satz zu Lutz Jäkel, der ja einen Sprung von 3 auf 2 machen durf­te bei El mun­do, geht es für Thor­ge Ber­ger sogar noch ein Stück wei­ter nach oben. Denn „Magi­sches Indi­en“ gewinnt das 26. Aben­teu­er- und Rei­se­fes­ti­val El mun­do im Jahr 2025! Und damit nicht genug: Denn der vom Namen her nor­disch anmu­ten­de Thor­ge Ber­ger aus dem rhein­län­di­schen Ber­gisch Glad­bach heims­te mit sei­nem Vor­trag über das mitt­ler­wei­le bevöl­ke­rungs­reichs­te Land der Erde auch noch den Preis für die bes­te Foto­gra­fie ein. Da kann man nur gra­tu­lie­ren und ent­spre­chend gibt es dann auch nach der Preis­ver­lei­hung das Sie­ger­fo­to von mir mit Thor­ge Ber­ger.

„Zu Fuß vom Nord­pol Rich­tung Süd­pol“ von Rob­by Cle­mens, sie­he auch die Fotos, run­det das offi­zi­el­le Pro­gramm ab. Der letz­te Vor­trag muss kurz­fris­tig abge­sagt wer­den.

Am Ende des lan­gen zwei­ten Fes­ti­val­ta­ges 18. Okto­ber steht noch der drit­te und letz­te Auf­tritt des bereits mehr­fach erwähn­ten Tho­mas Her­brich: Sein Vor­trag außer Kon­kur­renz mit dem Titel „Humor“, für mich eben nicht so authen­tisch wie „The Grand Col­li­si­on“, füllt die Zeit bis zur Preis­ver­lei­hung, wäh­rend die Jury tagt. Preis­trä­ge­rIn­nen wur­den schon alle erwähnt, am Ende des Bei­trags folgt noch die Auf­lis­tung. Das obli­ga­te Sie­ger­fo­to dem Gesamt­sie­ger und mir habe ich erwähnt. Was bleibt, ist die zwei­te Glo­be­trot­ter­par­ty, deren Ablauf streng genom­men bei mir prak­tisch ident ist im Ver­gleich zu Tag 1. Daher brau­che ich dar­über kei­ne wei­te­ren Wor­te ver­lie­ren.

Am Tag dar­auf, Sonn­tag, 19. Okto­ber, dann die Abrei­se. Und auch wenn an die­ser Stel­le schon alles gesagt und geschrie­ben zu sein scheint, ein biss­chen was hät­te ich den­noch: Zum einen die Beto­nung der Orga­ni­sa­to­ren auf der Bestän­dig­keit und Ein­zig­ar­tig­keit des Fes­ti­vals. Zwei Nach­mit­ta­ge, zwi­schen 15 und 20 Vor­trä­ge ins­ge­samt, alle jeweils zir­ka eine hal­be Stun­de, im Rah­men eines Wett­be­werbs, über Rei­se und/oder Aben­teu­er, meis­tens jedoch bei­des, und das „seit 26 Jah­ren erzählt die Welt in Juden­burg“, wie zu Beginn auf der gro­ßen Lein­wand zu lesen ist (sie­he Foto), ist ein­zig­ar­tig im deut­schen Sprach­raum. Genau­so ein­zig­ar­tig und bewun­derns­wert ist gera­de in Zei­ten der Wirt­schafts­kri­se und des Weg­falls von För­de­run­gen der öffent­li­chen Hand nicht nur der Fort­be­stand des Fes­ti­vals, son­dern natür­lich auch die Gewin­nung neu­er Spon­so­ren. Auch das ver­dient aller­höchs­ten Respekt. Und wie auch schon in den ver­gan­ge­nen Jah­ren, wird am Ende des Fes­ti­vals immer neben dem bewähr­ten Orga­ni­sa­ti­ons­team das von Beginn an unver­än­dert geblie­ben ist, mit Uwe Surt­mann, Chris­ti­an Pan­nen­berg, Ger­fried Tiff­ner, Robert Theu­er­mann und Kurt Kai­ser, auch die See­le des Fes­ti­vals erwähnt, Karo­li­ne Stra­ner. Auch bei mei­ner Pres­se­ak­kre­di­tie­rung ist sie Jahr für Jahr feder­füh­rend und so such­te ich auch 2025 mit ihr das Gespräch. Und bedank­te mich, erst­mals an bei­den Tagen und erst­mals über­haupt, in Rei­he 1 sein zu dür­fen. Und damit sind wir auch fast schon ange­langt bei El mun­do 2026, das von 16. bis 17. Okto­ber 2026 statt­fin­den wird.

Wie schon in den ver­gan­ge­nen Jah­ren besuch­te ich näm­lich nach dem Fes­ti­val noch Chris­ti­an Jung­wirths Wan­der­aus­stel­lung „Men­schen­bil­der“ stei­ri­scher Berufs­fo­to­gra­fIn­nen, die wäh­rend des El mun­do Fes­ti­vals immer gera­de am Juden­bur­ger Haupt­platz Sta­ti­on macht. Da mach­te ich wie gewohnt „Fotos von den Fotos“. Und darf eins beson­ders erwäh­nen: „Lus­tig war’s immer“ von Chris­ti­an Jung­wirth, dem Kura­tor der Aus­stel­lung. Es zeigt die bei­den Fuß­balli­ko­nen Schne­ckerl Pro­has­ka und Han­si Krankl im Sand. Ich ließ es mir nicht neh­men, ein Sel­fie mit einem Foto zu machen, genau genom­men meh­re­re, und sogar einen Schal der GAK-Ultras für ein paar wit­zi­ge Fotos auf das aus­ge­stell­te Bild zu hän­gen. Da ja El mun­do immer wäh­rend des Foto­mo­nats Juden­burg im Okto­ber statt­fin­det und daher Men­schen­bil­der immer zeit­gleich mit El mun­do in Juden­burg ist und das Wesen von El mun­do auch zu einem wesent­li­chen Teil aus Bil­dern besteht, ist die­ser letz­te Pro­gramm­punkt ganz und gar nicht „off topic“. Son­dern illus­triert den Gesamt­ein­druck eines Fes­ti­vals. Bei dem vie­les anders war als im Vor­jahr. Aber auch so man­ches gleich und ähn­lich. Ver­schie­den­heit und Gleich­heit; sie prä­gen unse­re Welt. In die­sem Sin­ne: Auf Wie­der­se­hen bei El mun­do 2026 in Juden­burg am 16. und 17. Okto­ber 2026!


Die El mun­do Preis­trä­ge­rin­nen und Preis­trä­ger 2025

Bes­ter Vor­trag: Thor­ge Ber­ger mit „Magi­sches Indi­en“

  1. Platz: Lutz Jäkel mit „Das neue Syri­en“
  2. Platz: Ani­ta Burg­hol­zer & Andre­as Hübl mit „Der Ruf der Anden“

Bes­te Foto­gra­fie: Thor­ge Ber­ger mit „Magi­sches Indi­en“

Bes­tes Aben­teu­er: Mar­co Gas­pa­ric & Till Auf­schla­ger mit „Ver­las­se­ne Orte – leben­di­ge Geschich­ten“

Publi­kums­preis: Dani­el Kle­sen – „Anek­do­ten eines Bei­fah­rers“

 


El mun­do 2026

Ver­an­stal­tungs­ort:       Fest­saal des Ver­an­stal­tungs­zen­trums in Juden­burg, Stei­er­mark, Öster­reich

Datum des Wett­be­werbs:        Frei­tag, 16. – Sams­tag, 17. Okto­ber 2026 jeweils ab 14:30 Uhr

Ein­reich­frist / Bewer­bun­gen: 1. Juni 2026

Vor­ausschei­dung:        Bekannt­ga­be der Teil­neh­mer inner­halb von 4 Wochen nach Ein­reich­schluss

Preis­ver­lei­hung:          17. Okto­ber 2026, ca. 20:30 Uhr

Kon­takt

Alle wei­te­ren Infor­ma­tio­nen und die Teil­nah­me­for­mu­la­re erhal­ten Sie unter:

Tel.: (+43) (0)3572–85000 oder +43 664 1524234

E‑Mail: info@elmundo-festival.at

Inter­net: https://elmundo-festival.at

ARGE El mun­do

c/o Ger­fried Tiff­ner

Haupt­stra­ße 134

8753 Fohns­dorf, Öster­reich

Post­adres­se:

Tiff­ner & Mit­ges. El mun­do – Haupt­str. 134, 8753 Fohns­dorf, Öster­reich

Ver­an­stal­tungs­zen­trum

Fest­hal­le Juden­burg

Kasern­gas­se 20

A‑8750 Juden­burg, Stei­er­mark

https://www.zentrum-judenburg.at

Info­num­mer für Zim­mer­re­ser­vie­run­gen in Juden­burg und Umge­bung:

Tou­ris­mus­ver­band Mur­tal

Tel.: +43 3577 26 600

Mail: info@murtal.at

Web: www.murtal.at

Öff­nungs­zei­ten Strand­ort Juden­burg, Haupt­platz 6

Mo – Fr: 9:00 – 12:00 & 13:00 – 17:00 Uhr

Eine Über­sicht über aller Unter­künf­te in Juden­burg fin­det sich zusätz­lich unter www.judenburg.com

Wohn­mo­bi­le und Expe­di­ti­ons­fahr­zeu­ge kön­nen am Mur­ta­ler­platz (unmit­tel­bar angren­zend an das Ver­an­stal­tungs­zen­trum) über Nacht abge­stellt wer­den.