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Ein grüner Schritt in Richtung Normalität


Text und Fotos: Lukas Wogrolly / Living Culture
Am 13. Juni 2021 fand im Linzer Design Center der 43. Bundeskongress von Die Grünen Österreich statt. Der Versuch einer Annäherung an „normale“ Zeiten.

Es war ein ganz besonderer Sonnentag, der Sonntag 13. Juni 2021. Frühmorgens ging es für mich mit dem Zug von Wien nach Linz. Wo ich die erste richtig große Präsenzveranstaltung seit dem Lockdown besuchte. Der Grüne Bundeskongress mit seinen zirka 250 Delegierten, allen Regierungsmitgliedern und ganz schön viel Presse. Der Einlass, recht unkompliziert. Die 3G-Regel muss nachgewiesen werden, was für mich mit den zwei Impfungen im Impfpass kein Problem darstellt. Sicherheitshalber aber verlasse ich das Gebäude, den Linzer Design Center, kein einziges Mal während der Veranstaltung.

Zu Beginn gibt es Aufruhr, da die Medienvertreter der schreibenden Presse einen Nebenraum zugewiesen bekommen, von wo sie aus das Geschehen im Hauptraum per Videostream auf 2 Monitoren verfolgen können. Erst nach gewissen Protesten wird Platz im großen Saal gemacht. Ursprünglich wegen Corona-Bestimmungen diese Maßnahme, heißt es von Seiten der Grünen. Ich jedoch brauche im Hauptraum nicht besonders viel Platz. In der Nähe der Kameras ganz hinten verfolge ich zuerst stehend, dann sitzend das Geschehen.

Zunächst der umjubelte Einzug der GladiatorInnen in den Saal. Sprich, die fünf Grünen Regierungsmitglieder Vizekanzler Werner Kogler, Justizministerin Alma Zadić, Verkehrs- und Umweltministerin Leonore Gewessler, Gesundheits- und Sozialminister Wolfgang Mückstein sowie der Staatssekretärin für Kunst und Kultur Andrea Mayer. Dann die Rede der Hausherrin auf Kommunalniveau, der Linzer Stadträtin Eva Schobesberger. Es folgt der Hausherr auf Landesniveau, Landesrat Stefan Kaineder. Kein Wunder, stehen doch im Herbst in Oberösterreich am 26. September sowohl Gemeinderats- als auch Landtagswahlen an. Dann folgt der nahezu endlos redende Parteichef und Vizekanzler Werner Kogler. Der Stil seiner Rede gleicht den bekannten, er zeigt sich aber wesentlich weniger angriffig als noch in Zeiten der innerparlamentarischen oder außerparlamentarischen Opposition. Es folgt der wohl emotionalste Moment. Der aus gesundheitlichen Gründen Mitte April zurückgetretene Gesundheits- und Sozialminister Rudi Anschober, lange Jahre Landesrat in Oberösterreich und in Zeiten der Corona-Krise oberster Krisenmanager von Beginn der Pandemie an, wird auf die Bühne geholt. Es gibt stehende Ovationen und zugleich die Ankündigung eines großen Fests im August, coronakonform selbstverständlich. Dann präsentieren sich die zwei neuen Regierungsmitglieder, also Staatssekretärin für Kunst und Kultur Andrea Mayer sowie Anschobers Nachfolger im Gesundheits- und Sozialministerium, der praktische Arzt aus Wien-Mariahilf Wolfgang Mückstein. Sowohl mit Mückstein als auch mit Anschober lasse ich mich im Foyer kurze Zeit später fotografieren. Am Ende dieses ersten Blocks der Veranstaltung steht dann noch der von Leonore Gewessler und Alma Zadić präsentierten Leitantrag „Unser historischer Auftrag – Neue Wege statt altem Denken“.

Der Nachmittagsblock wäre ursprünglich als nicht medienöffentlich geplant gewesen. Doch auch hier wird von Seiten der Veranstalter eingelenkt, und man kann sogar alles im Internet live mitverfolgen. Meine Zeitplanung war jedoch rein auf den Vormittag ausgerichtet. Und somit geht es für mich nach dem Mittagessen auch schon wieder retour nach Wien.

Doch kommen wir nun zum emotionalen Teil dieser Veranstaltung. Es war für mich nach so langer Zeit im Lockdown und physical distancing etwas ganz Besonderes, so viele mir mehr oder weniger bekannte Gesichter wiederzusehen. Hautnah. Doch halt, was heißt hier Gesichter. Die Gesichter bekam ich doch eigentlich nie zu Gesicht. Denn wir leben in Corona-Pandemie-Zeiten und somit herrschte während der gesamten Veranstaltung indoor ausnahmslos Maskenpflicht (außer zum Essen und Trinken verständlicherweise). Dies führte dazu, dass ich mir wesentlich schwer tat, andere zu erkennen und auch gleichzeitig das Gefühl hatte, nicht von allen sofort erkannt zu werden. Es blieb eine gewisse Unsicherheit, erkennt er/sie mich oder erkenne überhaupt ich ihn/sie. Bei manchen hat es dennoch geklappt. Und nach vielen Monaten der Unsicherheit ist nun dank der steigenden Temperaturen und dem Impffortschritt (auch bei mir, ich habe ja bereits beide Teilimpfungen seit 6.6.) bei mir Zuversicht und Erleichterung eingekehrt. Zum einen, dass wir hoffentlich endgültig ein bisschen mehr als noch in der kalten Jahreszeit zu unseren Gewohnheiten vor der Pandemie zurückkehren können. Und zum anderen, dass es angesichts der Zustände in den kalten Monaten überhaupt schon eine ganz tolle Sache ist, so einen Event mit so vielen Menschen wie den Grünen Bundeskongress abhalten zu können. Da sind die Masken das geringste Übel. Haben wir uns doch nach bald eineinhalb Jahren Pandemie doch daran bereits ausreichend gewöhnt. Und war auch der gesamte Veranstaltungsbereich im Linzer Design Center bestens durchlüftet. Denn was zählt, sind Herzlichkeit und Freude und gemeinsame Begegnungen. So wie ich sie am 13. Juni, genau 1 Monat nach meinem 35. Geburtstag, in Linz erleben durfte. Nach langer Zeit wieder. Die Maske ist da wirklich das geringste aller Übel. Hoffen wir, dass wir nun dauerhaft keine derart rigorosen Einschränkungen wie letzten Herbst und Winter haben werden. Auch nicht mehr, wenn die Temperaturen wieder zu sinken beginnen werden.


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