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Schnee­witt­chen und die 77 Zwer­ge — Ein Mär­chen modern-poin­tiert neu inter­pre­tiert


Text: Lukas Wogrol­ly; Fotos: Ingo Per­tra­mer (1), Oli­ver Wolf (1), Wer­ner Kme­titsch (22)
Die Ver­elf­fa­chung der Zwer­gen­an­zahl ist nicht der ein­zi­ge Unter­schied zum Grimm­schen Ori­gi­nal.

Zuge­ge­ben: Nichts gegen eine klas­si­sche, also ori­gi­nal­ge­treue Ver­ar­bei­tung eines Mär­chen­stoffs. Wie wir sie oft genug erle­ben, bei­spiels­wei­se in Engel­bert Hum­per­dincks Mär­chen­oper „Hän­sel und Gre­tel“.
Aber: Dass es auch anders geht und man gera­de in der heu­ti­gen Zeit alte Mär­chen zeit­ge­nös­sisch auf die Büh­ne brin­gen kann, beweist zum einen die Wie­ner Volks­oper in „Aschen­brö­dels Traum“, wo das Grimm’sche Mär­chen nach den Ent­wür­fen eines unvoll­ende­ten Bal­letts von Johann Strauss Sohn als Vor­la­ge dient für eine Geschich­te zwi­schen Ver­gan­gen­heit, Gegen­wart und Zukunft, die an Aktua­li­tät nichts ein­ge­büßt hat.
Und zum ande­ren eben die Oper Graz im Fami­li­en­mu­si­cal „Schnee­witt­chen und die 77 Zwer­ge“.
Begin­nen wir gleich ein­mal beim Titel: Dank den Mäd­chen und Bur­schen der Sing­schul‘ wer­den aus den 7 Zwer­gen gleich ein­mal sage und schrei­be 77. Doch das ist bei wei­tem nicht der ein­zi­ge Unter­schied zur Ori­gi­nal­ver­si­on der Gebrü­der Grimm:  Die usbe­kisch-aus­tra­li­sche Kom­po­nis­tin Ele­na Kats-Chern­in und die Libret­tis­tin Susan­ne Feli­ci­tas Wolf holen den jahr­hun­der­te­al­ten Stoff ins Hier und Jetzt. Die böse Stief­mut­ter tritt bei­spiels­wei­se unter ande­rem als Ver­tre­te­rin inno­va­ti­ver Haus­halts­ge­rä­te in Erschei­nung. Und auch Likes, Fol­lower und der­glei­chen spie­len eine Rol­le. Doch damit nicht genug: Mit dem Zau­ber­ka­nin­chen Richard III., gespielt von Micha­el Groß­schedl, füh­len wir uns auch ein biss­chen an Ali­ce im Wun­der­land erin­nert und die bun­ten Kos­tü­me sowie die poin­tier­te Spra­che mit den lus­ti­gen Songs las­sen uns in eine Traum­welt ein­tau­chen. In der natür­lich der ursprüng­li­che Hand­lungs­strang des Grimm­schen Mär­chens im Gro­ßen und Gan­zen unan­ge­tas­tet bleibt, sie­he böse Stief­mut­ter, Jäger, Zwer­ge und natürlich…Schneewittchen. Nicht zu ver­ges­sen das gran­dio­se Hap­py End.
Um nicht zu viel vor­weg­zu­neh­men, erspa­re ich mir wei­te­re Ver­glei­che zwi­schen Ursprungs­ver­si­on und moder­ner Umset­zung. Nun nur mehr so viel: Alle Dar­stel­len­den bril­lie­ren in ihren unver­wech­sel­ba­ren, ein­drucks­voll auf die Büh­ne gebrach­ten Rol­len und das Fami­li­en­mu­si­cal ist wirk­lich wärms­tens zu emp­feh­len.
Noch eine klei­ne Anmer­kung: Ich infor­mier­te mich vor­ab nicht, ob es eine Pau­se gibt. Als ich, nach einer guten Stun­de Spiel­zeit, schon nicht mehr damit rech­ne­te, son­dern mit einem Stück ohne Pau­se, wur­de 20 Minu­ten unter­bro­chen. Daher Ach­tung: Der ers­te Teil ist mit zir­ka 60 Minu­ten in etwa dop­pelt so lang wie der zwei­te mit 30 Minu­ten. Das als klei­nes Kurio­sum, da bezüg­lich einer Pau­se kei­ne dies­be­züg­li­che Infor­ma­ti­on auf der Home­page der Oper Graz zu fin­den war.


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